15 - René Marvin Kuhnke - Schauspieler
Shownotes
In der 15. Podcast Episode spreche ich mit René Marvin Kuhnke – Absolvent 2018, dessen Arbeit sich zwischen Theater und Film bewegt. Nach seiner Ausbildung an der Schule für Schauspiel Hamburg führte ihn sein Weg auf verschiedene Bühnen sowie in Film- und Fernsehproduktionen in Deutschland und international.
Wir sprechen auch über seine langjährige Verbindung zum Kung Fu und Kampfkunst-Training, die seine Arbeit als Schauspieler maßgeblich beeinflussen. René erzählt, wie Disziplin, Körperkontrolle, Konzentration und innere Haltung aus der Kampfkunst direkt in seine Rollenarbeit einfließen – sowohl auf der Bühne als auch vor der Kamera.
Transkript anzeigen
00:00:02: Schauspieler?
00:00:03: Und wovon willst du
00:00:04: leben?".
00:00:05: Diese Frage hören oft viele junge Menschen, wenn sie diesen Berufswunsch äußern.
00:00:11: Ich habe mich auf die Suche gemacht herauszufinden wo ehemalige der Schule für Schauspiel Hamburg ihren Platz in der Berufswelt gefunden haben – auf oder neben der Bühne.
00:00:23: und ich bin auch vielfältig und beeindruckende Lebenswege gestoßen!
00:00:28: Mein Name ist Michaela Ulig Und ich habe dreiunddreißig Jahre die Schule für Schauspiel Hamburg geleitet und geprägt.
00:00:36: Ja, herzliches Willkommen René Mawin-Kunkel!
00:00:40: Du hast die Ausbildung zwei tausendachzehn abgeschlossen und arbeitest heute als Schauspieler.
00:00:48: Kannst du dich noch an den Moment erinnern was dir durch den Kopf ging, als du mit dem Zeugnis in der Hand nach der Ausbildung im Hof standest?
00:00:59: Ja, das weiß ich noch ganz genau.
00:01:01: Da war ich sehr glücklich.
00:01:04: Also selten dass ich so glücklich in meinem Leben war also einer der glücklichsten Momente.
00:01:11: Echt tatsächlich ja!
00:01:12: Das war ein großer Einschnitt und für mich das geschafft zu haben die vier Jahre.
00:01:22: Ich war sehr happy und fühlte mich auch sehr frei jetzt rauszugehen mein eigenes Ding zu machen, mit dem was ich jetzt die vier Jahre von euch mitbekommen habe.
00:01:34: Was ich gelernt hab, was ich durchgemacht hab alles und das dann rauszugehen in die weite Welt.
00:01:43: Wie unterscheidet sich denn der zwanzigjährige vom heutigen dreißigjährigen René?
00:01:50: Kann man gar nicht mehr vergleichen.
00:01:52: also tief in mir drin bin ich natürlich immer noch Der gleiche René so, aber es hat sich wahnsinnig viel getan in der Zeit auch durch meinen Sport.
00:02:04: Durch das Kung Fu was ich weiterhin noch gemacht habe und ja bis heute dran geblieben bin.
00:02:11: So da weiß ich noch... Da hat Jan zu mir gesagt Ja macht das mal!
00:02:15: Geht er mal hin?
00:02:16: Macht er mal ein Probetraining mit?
00:02:17: So weil wir dann mal irgendwie kamen wir da ins Gespräch Und ja Dann hab' ich das gemacht und Bin bis Heute dabei gebliebend.
00:02:26: tatsächlich
00:02:27: Machst du oder hast Du schon den schwarzen Gürtel?
00:02:30: Ich habe ihn noch nicht ganz, dreißigster Mai jetzt dieses Jahr ist die Prüfung.
00:02:35: René ich hab irgendwo gelesen frag mich nicht wo in der Zeitschrift René lebt seinen Schauspielertraum.
00:02:46: Ist es noch dein Traum?
00:02:47: Es ist noch.
00:02:48: ja definitiv
00:02:50: und das war auch als du angefangen hattest.
00:02:53: Hattest du einen bestimmten Wunsch Was da mal draus werden soll aus dieser Ausbildung für dich?
00:03:01: Also ich hatte natürlich klar so Träume und Ziele, wo ich hin will.
00:03:10: So das habe ich erreicht der René zu sein, der ich klingt jetzt kitschig aber immer sein wollte.
00:03:19: Das habe ich kann nicht sagen hab ich habe ich er erreicht.
00:03:26: Es ist immer ein Prozess und geht immer weiter.
00:03:29: Man lernt immer weiter dazu, aber ich glaube in den letzten zehn Jahren oder nach der Ausbildung jetzt nochmal echt wahnsinnig große Schritte gemacht.
00:03:41: Du warst ja wirklich extrem jung als du die Ausbildung angefangen hast.
00:03:46: War das nach dem Abitur?
00:03:47: Oder hattest du die Schule
00:03:49: ... Ich war an der Oberstufe auf der Weiterfühlen-Schule in der Elftenklasse die Schule abgebrochen und dann habe ich
00:03:58: bei euch angefangen.
00:03:59: Da warst
00:03:59: du
00:04:00: sicher der jüngste in der Ausbildung, oder?
00:04:01: Ja!
00:04:03: Was hat sich denn, wenn du dich jetzt nochmal an die drei Jahre erinnerst verändert bei dir persönlich?
00:04:10: Also ich kam ja direkt von der weiterführenden Schule und war total verschlossen.
00:04:15: als Schüchtern und auf der Schauspielschule war das genaue Gegenteil gefordert diese Mauern oder was auch immer das war aufzubrechen und aus mir rauszukommen und mich selber auch kennenzulernen, wer ich bin.
00:04:38: Das hatte ich die Jahre davor gar nicht.
00:04:41: also es hatte ganz kein schönes Umfeld in der Schule und da eine sehr schwere und ja nicht einfache Zeit.
00:04:51: Und dann kam ich auf die Schauspielschule.
00:04:55: Die Menschen waren alles so toll und ich fühlte mich so wohl.
00:04:58: Und war so glücklich, einen Ort gefunden zu haben wo ich hingehöre, wo ich mich richtig fühle.
00:05:08: Es hat sich alles stimmig angefühlt und da dann nach und nach aufzubrechen, aufzublönen das hat auch über die Ausbildung hinaus noch gedauert.
00:05:23: Das war ein langer Prozess.
00:05:24: ja
00:05:26: Und hast du dich da auch von deinen Kollegen gut getragen gefühlt, Gass?
00:05:30: Das ist ja manchmal nicht so einfach in so einer Ausbildung.
00:05:34: Ja es war schon nicht einfach aber ich habe mich im Großen und Ganzen immer immer gut gefühelt, aufgehoben gefühlet.
00:05:48: So klar gab's immer...
00:05:50: Kannst du dich an schönen Moment erinnern?
00:05:59: Wenn ich sagen kann, mit der prägendste Moment in einer Ausbildung zum Ende der Ausbildung hin hatten wir eine Workshop Woche mit Jens Rot und ja das war der Helden- und Loser Workshop.
00:06:16: Und da hat sich... Das war auch so ein Einschnitt irgendwie.
00:06:23: Da saßen wir dann alle im Kreis Ich unterträne ab dann meinen Text gesagt, meine drei vier Sätze und alle anderen haben auch geheult.
00:06:37: Selbst Jens hat geheult und das war so einfach wunderschön dieser Moment.
00:06:43: War so wahnsinnig... ich war so verletzlich in diesem Moment und da hat es irgendwie Klick gemacht
00:06:56: verbunden mit dir selbst und vor allen Dingen auch mit deiner tiefen Lebendigkeit.
00:07:01: Ja, da habe ich auch zu Jens gesagt also dann zum Abschluss vom Feedback dass er mir den Schlüssel den ich immer gesucht hab hat er mir gezeigt gegeben so das war sehr prägend ja.
00:07:23: Und gab es dann auch Momente wo du sagst oh nee das schaffe ich nicht Ich muss glaube ich doch aufhören?
00:07:30: Ja, gab es auch.
00:07:34: Es waren auch Tiefen in der Ausbildung.
00:07:39: Erinnerst du dich noch konkret an so einen Moment?
00:07:42: Ja also ich habe ja vier Jahre die Ausbildung gemacht weil ich die Klasse einmal sozusagen wiederholt habe in eine andere Klasse gekommen bin und da war ich fertig mit Oliver und Jan.
00:07:57: ein längeres Gespräch.
00:08:00: Da dachte ich jetzt schon, jetzt bricht alles zusammen.
00:08:04: Bin hier völlig fehl am Platz doch irgendwie und da kam so große Selbstweifel dann auf einmal.
00:08:10: So war ich ja immer noch.
00:08:12: auch in der Findungsphase war wer bin ich was kann nicht?
00:08:17: Und da hat Jan und Oliver aber gesagt wir wollen dich nicht rausschmeißen sondern dass du die Klasse wieder holst.
00:08:27: also Genau, dass ich noch einfach ein Jahr mehr Zeit brauche.
00:08:31: Und das war wirklich... Da war ich erst natürlich sehr traurig so aber es war genau richtig so.
00:08:41: ja weil ich dann auch in einer anderen Klasse kam die mir noch besser tat
00:08:48: Würdest du wenn du heute zurückblickst was anders machen?
00:08:52: Nein würde ich nicht.
00:08:55: Okay Wie war denn dein Weg nach dem Abschluss?
00:08:58: Was ist dann passiert?
00:09:00: raus aus dem Hof, rein ins Leben.
00:09:05: Ja es lief eigentlich ganz gut.
00:09:06: ich hatte dann Werbedrehen für die Hochbahn und am Altona Theater das Engagement bekommen mit der Feuerzampole.
00:09:14: da habe ich mich sehr gefreut dass ich arbeiten konnte und hab mich sehr viel beworben.
00:09:20: ja dann kam Corona so und dann ging's auf null runter dann ging gar nichts mehr.
00:09:30: Erst mal zwei, drei Jahre gedauert bis sich das dann alles wieder eingependelt hat.
00:09:35: So wie es mal vor Corona war.
00:09:37: Es war hart
00:09:38: für viele Schauspieler.
00:09:41: und was machst du heute?
00:09:43: Also ich spiele nach wie vor noch einmal im Jahr zur Weihnachtszeit die Feuerzambule.
00:09:50: Die spiele ich tatsächlich seit twohtausend neunzehn durchgehend.
00:09:54: und dann habe ich jetzt letztes Jahr Jim Knopf gespielt bei einem Knopf mitgespielt am Altona Theater.
00:10:02: Da habe ich den Kaiser von Mandala gespielt, da hatten wir auch über fünfzig Auftritte parallel zur Feuerzambule.
00:10:10: und davor die Jahre habe ich dann noch der kleinere Besocke gespielt im Haburger Theater.
00:10:17: also viel Theater habe ich gespielt.
00:10:20: Und drehst du auch oder hast Du gedreht?
00:10:22: Ja das war schon wieder zwei Jahre her für die mini-Serie Reisen für Mutti heißt sie.
00:10:32: Da habe ich mitgespielt, mit Andrea Savatski und Elvara Höfels.
00:10:37: Okay!
00:10:37: Und ich hab auch erinnert irgendwie hast du auch bei Produktionen mit gespielt, die dann für Preise nominiert waren oder Theater treffen, Berliner Theater treffen?
00:10:49: Ja genau das war alles noch während der Ausbildung.
00:10:52: da habe Viel gespielt, genau.
00:10:56: Das halbe Leid von Siegner war das.
00:11:00: Ja da hatte ich auch mit Jan drüber gesprochen.
00:11:02: Da meinte er auch dass sich das auf jeden Fall machen soll.
00:11:05: also das was ich da lerne ist mehr als was ich auf der Schule verpasse.
00:11:11: in der Zeit sagte er und ja war auch so.
00:11:14: Also es hat mich nochmal in meinem Spiel verbessert.
00:11:21: Sag mal, was tust du oder was machst du dann in den Zeiten wo kein Engagement vorliegt weder im Theater noch beim Film- oder Fernsehen?
00:11:31: Ich bin eigentlich in der Kung Fu Schule tatsächlich.
00:11:35: Wenn ich nicht auf der Bühne bin, da verbringe ich sehr viel Zeit gerade jetzt bei der Vorbereitung auf meinen Endziel mit dem schwarzen Gürtel und trainiere ich sechsmal die Woche.
00:11:50: Ja, es erfordert sehr viel.
00:11:51: Und
00:11:51: unterrichtest du auch
00:11:52: KONFU?
00:11:53: Also
00:11:54: seitdem ich Grüngurt bin... Okay!
00:12:02: Als ich aus der Ausbildung raus war direkt
00:12:04: da.
00:12:04: Und unterstützt das KON-FU auch den Schauspieler?
00:12:08: Ja,
00:12:09: definitiv.
00:12:09: Wie denn?
00:12:12: Ich bin wahr und das werde ich auch immer sein ein ruhiger Typ so Nur mit dem Unterschied, dass ich jetzt auch selbstbewusstsein habe.
00:12:23: So was sich mit Start der Ausbildung nicht so hatte wie jetzt.
00:12:28: Also eigentlich fast gar nicht und das hab' ich natürlich jetzt durch den Sport auch.
00:12:33: Und auch habe ich die Erkenntnis gehabt jetzt, dass diese Ruhe, was vermeintlich eine Schwäche ist aber was gar nicht der Falle ist also dass das eigentlich ne Riesenstärke is'.
00:12:48: In sich ruhen.
00:12:50: Also es geht ja um diese Durchlässigkeit, die auch ein Schauspieler braucht.
00:12:54: Ist das beim Konfu auch so?
00:12:57: Ja... Auch!
00:13:00: Da ist es so.
00:13:01: das Thema Entspannung, Anspannungen aus der Entspanung heraus dann in den Kampf und Technik.
00:13:11: Und der Sport gibt mir wahnsinnig viel Energie.
00:13:16: Es klingt paradox Er kostet mich wahnsinnig viel Kraft.
00:13:21: Es ist sehr, sehr intensiv aber trotzdem gibt er mehr Kraft.
00:13:28: Obwohl es so anstrengend ist ziehe ich wahnsinn nicht viel Energie daraus.
00:13:33: und ja was sich an diesem Sport auch so liebe ist dass das nicht nur das körperliche ist sondern halt auch das geistige der Kopf so die Werte die wir gerade auch bei den Kindern vermitteln Respekt Bescheidenheit.
00:13:49: Und
00:13:52: kannst du dafür auch was vom Schauspiel mit reinbringen?
00:13:58: Ja,
00:14:00: definitiv die Energie auf jeden Fall.
00:14:03: und halt auch die Ruhe so wenn ich auf der Bühne aus der zuhören reagieren
00:14:12: okay und gleichzeitig castest Du auch weiter und guckst
00:14:17: ja Das läuft nach wie vor.
00:14:21: Bewerbe ich mich immer bei den Castern, mache meine Hausaufgaben.
00:14:25: und ja also es gab jetzt wenn nicht das zu vergleichen die letzten acht Jahre nach der Ausbildung.
00:14:33: jetzt nochmal Revue passiert auch immer Phasen wo es dann wieder nicht so gut läuft und dann öffnet sich aber wieder eine Tür und gerade so jetzt November Dezember Januar war wieder ne sehr erfolgreiche Phase mit den vielen Auftritten.
00:14:54: Das ist jetzt auch so meine Erfahrung, also da bin ich auch... was das angeht, sehr entspannt auch, weil ich weiß, wenn es gerade nicht so gut läuft, es öffnet sich wieder eine Tür und dann auf einmal klappt dann wieder etwas und so hat sich das auch immer bestätigt.
00:15:10: Und du kommst auch wirtschaftlich klar?
00:15:12: Ja.
00:15:14: Super!
00:15:15: Also gebe's Eine Serie frage ich dich ganz direkt, wo du sagst ja die wird mich interessieren.
00:15:26: Da würde ich vielleicht gerne mal eine Rolle haben.
00:15:30: Also ich guck gerade Breaking Bad.
00:15:33: Es war schon ein paar Jahre her aber erst jetzt angefangen damit.
00:15:38: Das ist so... wie aus?
00:15:43: Könnte ich mir gut vorstellen da Aber es war, ist halt schon abgespielt.
00:15:47: Aber da hätte ich auch Lust gehabt die Rolle zu spielen.
00:15:51: Und gibt es ein Regisseur oder eine Regisseurein wo du sagst ja mit der oder ihr würde dich auch gerne nochmal arbeiten?
00:15:59: Also so spontan fällt mir jetzt gerade Simon von Höfen ein.
00:16:04: Es grade euer aktuelles mit dem aktuellen Kinofilm und also da hätt ich schon... Das wird schon ein Traum, ja.
00:16:18: Mit dem zu arbeiten...
00:16:20: Was würdest du denn jetzigen Absolventen die gerade ihre Ausbildung beenden mit auf den Weg geben?
00:16:27: Immer Spaß haben!
00:16:28: Das ist das Allerwichtigste.
00:16:32: Egal was man im Leben tut, dass es wirklich sei es im Sport bei mir oder im Beruf immer Spaß haben bei der Sache und auch auf seine innere Stimme hören.
00:16:46: Die kann nämlich sehr laut sein und zuhören.
00:16:50: Und auf sich, auf diese Stimme, innere Stimme hören, auf seinen Herz... ...und nicht das machen was andere von einem erwarten oder so immer sich treu bleiben.
00:17:06: Das würde ich eher meinen Rat.
00:17:11: Vielen
00:17:15: Dank!
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