16 - Berit Juppenlatz - Leiterin Theaterunterricht

Shownotes

In meiner Podcast Episode 16 spreche ich mit Berit Juppenlatz. Absolventin der Schule für Schauspiel. Hamburg.

Berit ist Theaterpädagogin an der Hamburger Klosterschule, einer mehrfach ausgezeichneten Kulturschule. Dort leitet sie seit Jahren Theaterprojekte und kreative Prozesse mit Schüler:innen – praxisnah, kollaborativ, mit klarem Fokus auf gemeinschaftliches Lernen.

Im Gespräch geht es um:
Theater als Bildungsarbeit, nicht nur als Freizeitangebot
Wie kreative Prozesse Selbstwirksamkeit und Teamfähigkeit stärken
Die Rolle von Vertrauen und Leidenschaft in der Arbeit mit Jugendlichen

Ein Gespräch für Lehrkräfte, Kulturschaffende und alle, die an die Kraft von Kunst in der Bildung glauben.

Transkript anzeigen

00:00:02: Schauspieler?

00:00:03: Und wovon willst du

00:00:04: leben?".

00:00:05: Diese Frage hören oft viele junge Menschen, wenn sie diesen Berufswunsch äußern.

00:00:11: Ich habe mich auf die Suche gemacht herauszufinden wo ehemalige der Schule für Schauspiel Hamburg ihren Platz in der Berufswelt gefunden

00:00:20: haben – auf

00:00:22: oder neben der Bühne.

00:00:23: und ich bin auch vielfältig und beeindruckende Lebenswege gestoßen!

00:00:28: Mein Name ist Michaela Ulig Und ich habe die Schule für Schauspielhamburg geleitet und geprägt.

00:00:36: Mein heutiger Gast ist Berit Juppemlatz.

00:00:40: Hallo,

00:00:40: hallo!

00:00:42: Berit war an der Schauspilschule von in den Hundertundacht und Achtzig bis Einundneunzig.

00:00:49: Und Berit arbeitet heute als Theaterpädagogin an Gymnasium Klosterschule.

00:00:56: Ja, Berit das ist ja jetzt schon ein paar Jahre her.

00:01:00: Wenn du dich jetzt gemütlich zurücklehnst und auch atmest, und nochmal vielleicht moment die Augen schließt.

00:01:07: Was für Erinnerungen und Bilder kommen denn bei dir?

00:01:11: Ausbildung Schauspielschule Elcas Allee.

00:01:14: Also das erste was mir einfällt, was ich als sehr prägend empfunden habe ist wir sitzen im Schaus Spielunterricht und sollen Feedback geben Und es war sehr ungewohnt, sehr neu heute das Gang und Gebe, dass so Feedback gegeben wird.

00:01:28: Man sagt erst mal das positive.

00:01:31: Jemand hat gespielt was hast du gesehen?

00:01:33: Was hatte ich berührt?

00:01:33: Was hat dir gefallen?

00:01:35: wenn du Kritik übst dann konstruktiv?

00:01:38: Wir kamen alle von der Schule und waren so geprägt, dass man über Negativkritik lernte.

00:01:45: Das hast Du nicht gut gemacht.

00:01:46: schneid Dir meine Scheibe bei XY ab!

00:01:49: Ne so geht das nicht.

00:01:50: Und das war wirklich wahnsinnig ungewohnt und ich weiß es.

00:01:54: eine Mitschülerin dann sagte, Ich höre das positive gar nicht.

00:01:59: Also wenn sie selber gespielt hat und Feedback bekam, ich höre nur das negative!

00:02:03: Mir ging das auch so... Und das war ein ziemlicher Lernprozess und wir mussten mal Feedback geben, die Außensaßen haben als erste Feedback gegeben.

00:02:13: Wir haben alle immer zugesehen dass wir als erstes im Raum sind beim Schauspielunterricht damit wir nicht außensaessen sondern irgendwo in der Mitte.

00:02:20: Damit wir nicht als Erste dran kommen weil auch Feedback gibt.

00:02:24: es hatten wir erstmal noch gar nicht so drauf.

00:02:26: Das Negative haben wir alles sofort gesehen.

00:02:28: aber das positive zu benennen ist viel uns am Anfang Ehrlich gesagt gar nicht leicht.

00:02:33: Und das war für mich sehr prägend, das habe ich sehr mitgenommen.

00:02:36: und übrigens gibt es dazu eine schöne Geschichte.

00:02:38: Ich komme rein in die Schule, bin im Eingangsbereich du sitzt an dieser kleinen Nische oder beim Telefon und unabhängig voneinander sprechen mich mehrere Leute an während ich da lang gehe und dann rufst du mich und sagst Birit kommst beiher und ich so oh was habe ich gemacht?

00:02:55: So!

00:02:56: Ich hab das beobachtet Du bist reingekommen und mehrere Leute haben wahnsinnig nette Sachen zu dir gesagt.

00:03:01: Der Erster hat gesagt, das war ein schöner Pullover.

00:03:04: Was der olle Lappen hast du geantwortet?

00:03:07: Die Nächste hat gesagt – du siehst heute aber richtig gut aus!

00:03:10: Nein ich habe ganz schlecht geschlafen, ihr habt Schatten unter den Augen.

00:03:13: Die nächste hat gesagt… Schöne Hose

00:03:15: neu?!

00:03:16: Ja ja aber war ganz billig.

00:03:18: Und als du zu mir gesagt hast du das eigentlich mitbekommen dass du lauter Komplimente bekommen hast und dass du kein einziges angenommen hast alle abgeschmettert hast Und die Leute damit ja völlig von Kopf stößt.

00:03:30: Das war für mich tatsächlich ein Schlüsselerlebnis, weil ich da dann verstanden habe, dass es total schön ist sich darauf einzulassen und das anzunehmen.

00:03:39: Dieses Annämen, das hab' ich da angefangen wirklich zu trainieren.

00:03:44: Es ist sehr prägend, weil Annehmen ist das was ich am häufigsten benutze wenn ich unterrichte... Da kommen wir später dazu.

00:03:51: Das ist für mich so ein Schlüssellwort.

00:03:54: Das war das erste, was ich aufgenommen habe in der Schule und was mich am Anfang sehr gestresst hat.

00:03:59: Ja, das ist ja immer ein zentraler Punkt in der Schauspielschule auch noch heute eine Ausbildung Feedback.

00:04:07: Einmal lernst du, indem du zuschaust, lernste er ja schon ganz viel über dich und über den Schausspiel.

00:04:14: Warum funktioniert die Rolle?

00:04:16: Warum funktioniert sie nicht?

00:04:17: Das ist etwas sehr Wichtiges und das dann auch nochmal zu verarbeiten benennen zu können, und zwar exakt benennen.

00:04:27: Ja da sind wir ja schon gleich drin im Thema.

00:04:32: Du hattest ja einen starken Wunsch Schauspielerin zu werden.

00:04:37: Hattest du ein Traum?

00:04:40: Ich hatte den Traum.

00:04:41: ich wollte jetzt nicht berühmt werden oder so.

00:04:42: das stand bestimmt nicht im Vordergrund.

00:04:44: Ich wollte Theater spielen.

00:04:46: es wollte ich schon immer.

00:04:48: also wirklich seit ich klein war war das.

00:04:50: mein Wunsch war mega happy an der Schauspielschule zu sein.

00:04:57: Ist das von deiner Familie auch unterstützt worden?

00:05:00: Also ich hatte das Glück, mein Vater hat mir da überhaupt keine Steine in den Weg gelegt.

00:05:04: Ich bin bei meinem Vater aufgewachsen weil der wiederum, der wollte immer Journalist werden und sollte eine kaufmännische Ausbildung getränkt werden von seiner Familie um die Möbelfabrik der Familie zu übernehmen.

00:05:16: Das hat er gemacht also die Ausbildung zum Kaufmann.

00:05:20: aber Gleich gesagt, ich werde aber trotzdem Journalist.

00:05:23: Den Betrieb übernehme ich nicht und so war es auch.

00:05:25: Und da hatte ich großes Glück weil.

00:05:27: dadurch hat mein Vater gesagt Ich weiß genau wie sich das anfühlen würde Mach was immer du für richtig hältst lebt dein Traum

00:05:33: Wunderbar.

00:05:34: So eine Unterstützung haben nicht alle.

00:05:36: Manche stehen ja manchmal viel mehr alleine als Du das beschreibst.

00:05:41: Was hast du denn mitgenommen Damals was du heute noch benutzen kannst?

00:05:47: also ganz viel weil ich selber jetzt Unterrichte, gebe ich ganz viel natürlich weiter.

00:05:52: Also erstmal das Handwerk vom Schauspiel zu vermitteln und dieses Annehmen was ich gesagt habe sich auf Sachen einlassen.

00:06:01: die Kreativität darf jeden Tag kreativ sein.

00:06:04: Das finde ich super!

00:06:06: Und den Kindern dabei zuzugucken oder sie darin zu fördern sich auszuleben und vielleicht auch ihr Ausdrucksmittel mit dem Theater spielen zu entdecken dass er sich benutzt die ganze Zeit jeden tag.

00:06:17: also Auch wenn ich selber nicht auf der Bühne stehe, muss ich aber jeden Tag kreativ sein und darf jeden Tag Kreative sein.

00:06:24: Und freue mich das es so gut funktioniert!

00:06:29: Gut wenn du heute nochmal zurückblickst auf deine Ausbildung, auf diese Zeit... Was würdest Du anders machen?

00:06:38: Also ich wünschte ich hätte da mehr Selbstvertrauen gehabt.

00:06:42: Ich habe mich schnell verunsichern lassen und dieses Jahr bin ich gut genug, mache ich das gut genug?

00:06:50: Das hätte ich mir gewünscht.

00:06:52: Hätte ich dafür anders machen können, konnte ja nicht aber mehr zutrauen.

00:06:59: Also ich bin in totaler Prüfungsangsthase und das war mir früher gar nicht ganz klar.

00:07:06: Aber das hat mich sehr an vielen Dingen gehindert würde ich sagen.

00:07:10: also Ich habe schon im Abitur gemerkt Und auf der Schauspielschule nachdem da wurde man ja nicht die ganze Zeit geprüft.

00:07:16: das war toll.

00:07:18: Eigentlich ging der Stress dann danach

00:07:19: los.

00:07:21: Wie war denn dein Weg danach, nachdem du fertig warst mit der Ausbildung?

00:07:27: Also Vorsprechen gehen, Klenken putzen und froh sein wenn man im Theater angerufen hat und keiner herangegangen ist.

00:07:35: Ja es war total paradox.

00:07:37: ich wollte das ganz unbedingt natürlich.

00:07:39: aber ich hatte auch furchtbare Angst Und zu vorsprechen, zu gehen und der ganze Flur ist gerammelt voll mit Leuten die für den selben Job da vorstellig geworden sind.

00:07:49: Das war Stress pur fand ich!

00:07:52: Und hast du gespielt?

00:07:54: Ja, ich hab gespielt und am Anfang weiß jetzt nicht die Reihenfolge aber im Kinderteater habe ich neue Punkte für das SAMS gemacht.

00:08:03: Da war ich die von März und durfte mit Rollschulen über die Bühne fahren.

00:08:06: Es fand ich lustig... Und ein paar andere Sachen, ja mit Morena Urmel aus dem Eis.

00:08:12: Da war ich Wurz.

00:08:13: das Hausschwein hatte so'n ganz Körperkostüm damit ich so ganz dick als Schweinaussehe bin dann auch bei der Probe von der Bühne gefallen weil ich meine Füße nicht gesehen habe also sogenannte eine Rampen-Sau.

00:08:27: ein paar anderen Sachen hab ich gemacht und gespielt die Marte in Faust und ja so paar Sachen sind dann zusammengekommen, ein paar Sprecher-Jobs und auch mal eine kleine Filmrolle oder so.

00:08:41: Aber das war es dann irgendwann.

00:08:44: Ich bin schnell ins Unterrichten

00:08:45: gekommen.".

00:08:46: Ja!

00:08:47: Was machst du heute?

00:08:50: Also heute bin ich Lehrerin an der Kloster Schule.

00:08:53: Es ist ein Gymnasium hier in Hamburg und unterrichtet da ... wir nennen das Theater.

00:08:58: Also früher hieß das ja Darstelle Spiel und ich bin sehr froh, dass es an unserer Schule mittlerweile Theater heißt weil ich das andere Wort überhaupt nicht mag.

00:09:05: Darstellenspiel finde ich klingt wie Sättigungsbeilage Und unterrichte da von der fünften bis zur zwölften Klasse alle Jahrgänger.

00:09:16: und Klassenjahren bin ich auch Ich bin richtig verschuld

00:09:20: Die Klosterschule, ich habe ja während sich noch an der Schauspielschule war immer wieder mit Schülern, mit Ehemaligen aus der Kloster Schule zu tun gehabt.

00:09:31: Weil die haben ja... wie würde ich das sagen?

00:09:34: Der Schwerpunkt ist ein Kulturprofil!

00:09:36: Ist es richtig?

00:09:37: Vielleicht hast du mal ganz kurz dazu nochmal was sagst bevor wir da mal in Detail gehen, wie das aussieht, wie Du unterrichtest und wie Du mit den Schüleren umgehst.

00:09:48: Ja, das hat einen Schwerpunkultur.

00:09:50: also bei uns werden die Künste relativ hoch gehängt in diesem Gymnasium.

00:09:54: ein Glück deswegen bin ich da auch so richtig.

00:09:57: Und in der fünften Klasse steht Theater ganz klar auf dem Stundenplan.

00:10:03: So wie sie jedes andere Fach bekommen, müssen Sie auch in den Theaterunterricht gehen.

00:10:07: Da dürfen Sie es gar nicht frei wählen.

00:10:09: Da unterrichtet man das im Klassenverband und das ist schon seit etlichen Jahren so.

00:10:16: Das ist total schön weil kein Kind das infrage stellt.

00:10:20: Weil das ist ganz klar ich gehe in Englisch Unterricht und ich gehe hier in den Theatreunterricht Und da machen wir, ja mache ich erstmal viel Basics am Anfang.

00:10:28: Ich habe mal einen Warm-up Spiel erfunden nennt sich Kranich.

00:10:33: Das ist die beste Erfindung, die ich hier gemacht habe.

00:10:36: Da müssen sie in so verschiedene Elemente sofort umsetzen.

00:10:40: Es ist auf Geschwindigkeit und das Spiel ist deswegen so gut weil Sie die ganze Zeit in neue Figuren schlüpfen an das in rasanter Geschwindigkeits- und dass von der fünften bis zur zwölften Klasse immer alle spielen wollen.

00:10:53: Und dann sind sie warm und dann sind Sie voll drin.

00:10:57: Genau!

00:10:58: Dann mache ich mit den Basics.

00:11:01: dann arbeiten wir oft an kleinen Szenen.

00:11:05: Wir haben immer so kleine Events oder große Events in der Schule, Kultur Nacht zum Beispiel wo es so Auftrittsmöglichkeiten gibt und mit den Jüngeren arbeiten wir auf solche Events hin damit sie da ihre Auftrittsmöglichkeiten haben.

00:11:19: mit einer Szene zum Beispiel wenn sie älter werden machen wir natürlich ganze Theaterproduktion

00:11:25: Und das ist dann, also erstmal ist es Pflicht und später ist es Interesse.

00:11:32: Wenn

00:11:32: jemand ein tieferes Interesse hat und sagt so, das möchte ich jetzt noch weiterforschen ab welcher Klasse?

00:11:38: Also in der Sechsten können Sie anfangen das frei zu wählen und dann wählen sie immer ab der siebten für zwei Jahre siebte achte neunte zehnte elfte zwölfte und da wird auch benotet.

00:11:50: Also auch in der fünften Klasse wird das benotete.

00:11:53: Und genau, sie bekommen ganz normal Noten.

00:11:57: In den höheren Jahrgängen gibt es dann auch so spielpraktische Prüfungen.

00:12:01: Das ist wie eine Klausur.

00:12:02: nur eben spielpractisch

00:12:03: kann man aus AB machen im Darstellen also im Schauspiel ja geht auch.

00:12:09: Wie ist das denn jetzt?

00:12:11: hast du da ne fünfte klasse?

00:12:13: Du gibst die Aufgaben Kannst du da schon sehen wer da mehr Drang danach hat auf der Bühne zu stehen, weniger.

00:12:25: Ändert sich das?

00:12:26: Hast du von jemandem erst mal gesagt so, oh ja, die ist da sehr schüchtern und will gar nichts?

00:12:30: Und im Laufe des Jahres entwickelt sich das oder... Ja

00:12:34: es ist eigentlich alles dabei.

00:12:36: Manche kommen schon mit einer totalen Theaterbegeisterung da rein haben vielleicht auch schon Erfahrungen vorher gemacht oder machen das schon nebenbei, neben der Schule.

00:12:45: andere Kinder entdecken das für sich Und springen da volle Pullereien, andere sind natürlich zurückhaltend und entwickeln sich aber vielleicht weiter.

00:12:54: Also ich habe auch manchmal schüchternene Kinder die dann plötzlich entdecken dass sie sich da ganz anders ausleben.

00:13:02: Die sind danach nach wie vor total schüchterne neben der Bühne Aber auf der bühne gehen die ab wie Luzzi.

00:13:09: also ich hatte mal eine Schülerin die war so so schüchern.

00:13:16: Ich habe sie wenig reden hören neben dem Theaterunterricht.

00:13:19: Und auf der Bühne war sie laut und wir haben ja oft ganz herrische Rollen gegeben, und zwar der Vater hat man nach einer Aufführung gesagt.

00:13:27: Ich hab Angst vor meiner Tochter weil er sie gar nicht wiedererkannt hat.

00:13:30: für die ist das macht es auch bis zur zwölften Klasse.

00:13:34: Sie macht das immer noch also sie ist immer dran geblieben.

00:13:37: Theater spielen ist halt ihr Ausdrucksmittel und da lebt sie sich aus Und das eine stellt das andere auch gar nicht in Frage.

00:13:44: Ich glaube gar nicht, dass es für sie ein Problem ist, dass hier ansonsten eher einen zurückhaltender Mensch ist.

00:13:50: Also manche entdecken das für sich da und entwickeln sich immer weiter.

00:13:54: Das Schönste ist wenn ich die von der fünften bis zur zwölften Klasse, wenn ich das Glück habe bei paar Kindern, die von einer fünftentklasse an bis hoch in der zwölften Weise nie abgewählt haben dann zusammen eine große Produktion machen zu können, ist natürlich ein Geschenk weil Kennt sich in und aus, wenn man beim Inszenieren ja auch teilweise zusammen hat.

00:14:16: Man hat da die gleiche Handschrift.

00:14:18: Ja ich habe das gesehen.

00:14:22: Forest Gump die hast du inszeniert, das gibt's ja glaube ich nur als Film.

00:14:32: Wer hat den geschrieben?

00:14:33: Du oder die Schüler?

00:14:36: Da kamen zwei Jungs an und sagten so wir wollen Frostgump machen und dann habe ich ein bisschen recherchiert oder die hatten auch recherchert und ich meinte es gibt also weder eine Theaterfassung die zumindest keine die irgendwo sichtbar wäre oder gar verfügbar.

00:14:51: Auch nicht das Drehbuch, wie habt ihr euch das vorgestellt?

00:14:54: Wir schreiben den Film um.

00:14:55: zum Theater, zur Theaterfassung, die ich so okay wisst ihr was ihr euch davor nehmt?

00:14:59: und die... ja wir machen das schon!

00:15:02: Und das haben sie auch, die haben ganz schön geächtzt weil das war natürlich eine Heidenarbeit aber der haben es so toll gemacht.

00:15:10: Wir haben dann währenddessen auch natürlich noch mal Sachen umgeschrieben und verändert, aber es war ein Prozess in dem wir da so tief drinstecken.

00:15:18: Und zwei haben da wirklich ganz viel Arbeit reingesteckt.

00:15:22: Es war wirklich irre.

00:15:24: Also die Schüler, die das gemacht haben ... Von denen war ich ja früher die Klassenlehrerin.

00:15:28: Die kenne ich also wirklich seit sieben Jahren.

00:15:30: Wir kennen uns richtig, richtig gut!

00:15:32: Und ganz viele im Theaterkurs waren meine SchulerInnen bei denen war Ich Klassenehren.

00:15:39: Ich kenne die alle.

00:15:40: Alle, die da in diesem Kurs sind, die kennen ich.

00:15:42: seit der fünften Klasse waren sie nicht gut weil sie auch sonst aus dem Parallelklassen waren und so weiter.

00:15:47: Und das hat so einen Spaß gebracht, weil die hatten überhaupt keine Hemmung.

00:15:54: Die haben halt alles gemacht und alles gezeigt.

00:15:56: und wenn du mit denen an so einem Punkt kommst wo... wo die wirklich bereit sind, völlig skurril zu spielen und die verrücktesten Ideen mitzutragen.

00:16:06: Und auch selbst zu entwickeln und vorzuschlagen.

00:16:10: Wir hatten viele Regisseure und Regisseurinnen am Start, würde ich mal sagen nicht nur ich bei Weitemnicher

00:16:18: Ja das war jetzt mal meine Frage Das kenne ich ja aus der Ausbildung wirklich auch manchmal tief in den Keller muss.

00:16:28: Jetzt bildlich gesprochen, um aufzusteigen zum Himmel.

00:16:32: also es ist ja nicht immer nur net Rollenunterricht oder so.

00:16:36: du kennst es ja aus deiner Ausbildung.

00:16:39: wie tief und wie weit kannst du damit diesen Schülern gehen gerade wenn du so ein Stück arbeitest?

00:16:45: Es ist ja was anderes was oft im Amateurtheater geworden.

00:16:49: hier ist die Rolle lernt den Text und jetzt reden wir

00:16:51: das

00:16:52: is ja anders in der Ausbildung und wenn jemand professionell als Schauspieler arbeitet.

00:16:59: Ja, also ich sage den Kindern oder den Jugendlichen kann sein dass wir mich an der einen oder anderen Stelle mal zurückpfeifen müssen so wenn ich über Grenzen gehen sollte oder wenn ich bei jemandem das Gefühl habe da kann ich viel mehr rausholen dann bespreche ich das natürlich mit denen und sag wie weit darf ich gehen?

00:17:19: Darf ich dich da soweit fordern wie ich glaube was was ich in dir sehe.

00:17:25: Die meisten sagen ja, das ist natürlich ganz toll.

00:17:28: Also es ist ein super Vertrauensbeweis.

00:17:31: und bei den Kindern, bei denen ich das Gefühl habe oder Jugendlichen so macht's langsam.

00:17:37: Das ist eine Fingerspitzengefühlssache.

00:17:41: Das Gute ist dass wir auch Wochenendproben haben.

00:17:43: Ich arbeite ja oft am Wochenende und das ist ein ganz anderes Umfeld.

00:17:47: Dann weiß ich ja die gehen nicht danach raus und schreiben gleich eine Mathearbeit oder sowas.

00:17:55: Es ist was ganz anderes, wir haben dann ne ganz andere Freiheit Und das empfinden die auch so.

00:18:01: Ich hab das Glück dass ich meistens das Gefühl habe ich darf ziemlich weit gehen Ja und dass das auch Einglück darüber hinausgeht Was man jetzt sich vielleicht unter Schultheater vorstellt.

00:18:14: Also wenn man die gut genug kennt

00:18:16: Ja, ich habe Fotos gesehen und da sehe ich das von der Haltung und so.

00:18:19: Dass da schon eine intensive Arbeit drin ist und dass es ein Stück weiter ist als normales Schultheater.

00:18:27: Das war mein Eindruck!

00:18:28: Natürlich in Ausbildung ist es anders... Da geht man an die Grenzen über die Grenze raus, das ist ganz klar.

00:18:35: Du

00:18:35: musst natürlich gucken, natürlich gibt's diese Situation wo wirklich was aufbricht.

00:18:40: aber dann musst du natürlich sehr vorsichtig sein weil wenn nicht auffangen kann, weil der danach sich Schule weitergeht.

00:18:51: Dann wäre das fahrlässig.

00:18:54: da muss

00:18:54: ich gucken ja und das kann nicht gut verstehen.

00:18:57: sag mal und die Schauspielerin in dir dieser bestimmt auch noch irgendwo was macht dass

00:19:05: das gute ist dass ich dadurch dass ich so wahnsinnig viele kurse gebe neun stück die ganze zeit so am machen bin.

00:19:15: Ich muss zugeben, ich mache das was viele Schauspielerin glaube ich bei Regisseuren nicht so mögen.

00:19:20: Ich spring viel auf der Bühne rum und mach auch Sachen vor oder so.

00:19:24: in der Schule ist das aber ganz hilfreich weil es die Schülerinnen dazu erfordert dass sie dürfen.

00:19:30: dann denn wissen Sie also wenn sie das macht dann darf ich auch.

00:19:34: Also es ist immer so ein Ansporn für die sonst würde ich's nicht machen Und ich geb zu das ist natürlich da lebe ich mich glaube ich auch ein Stück weit aus.

00:19:42: Also ich liebe diese Schule und ich habe da so ein Umfeld, wo ich wirklich frei sein kann.

00:19:47: Ich kann glaube ich ziemlich viel Quatsch machen und ich darf mich ziemlich ausleben... ...ich darf laut sein, ich darf alles das sein was ich im eigentlichen Leben etwas Gefühl hab, da bin ich zuviel.

00:20:00: Das kann ich da schon sehr ausleben.

00:20:02: Natürlich stehe ich nicht in der Rolle auf der Bühne aber trotzdem habe ich das Gefühl ich tobt mich da ziemlich aus.

00:20:10: Ja, das ist ja beim Unterrichten auch während einer Schauspiel-Ausbildung.

00:20:15: Dass auch derjenige, der unterrichtet, noch mal ein Stück weiter arbeitet an seinem inneren Schauspieler und auch nochmal Sachen mitnimmt – also so habe ich es immer erlebt!

00:20:26: Das erweitert das Ganze.

00:20:28: Es ist nicht aha, dass sie es unterrichten oder spielen.

00:20:31: Das kann auch zusammenkommen.

00:20:33: Ich will noch einmal ganz kurz die Frage Wie bist du denn dazugekommen zum Unterrichten?

00:20:41: Also angefangen hat das, dass ich nach der Ausbildung habe.

00:20:46: Ich hab den Theaterraum in der Scheinzeugabst einen Theaterraum, den hab ich übernommen von einer Freundin und Mitschülerin also die auch bei euch in der Ausbildung war.

00:20:55: Und die ging dann nach Kiel ins Schauspielhaus, ins Engagement und sagte, möchtest Du den Raum übernehmen und auch gleich ein Kurs von mir, den ich da in diesem Proberaum gebe?

00:21:09: Und dann habe ich das gemacht und da habe ich gleich gemerkt, oh Mann!

00:21:12: Ich unterrichte verdammt gerne.

00:21:14: Das bringt mir richtig Spaß.

00:21:16: Dann wurden das Mehrkurse, dann hatte ich das Glück dass Schauspielschulen mich angefragt haben also auch zum Beispiel Schule für Schauspiel Hamburg ob ich dort Seminare oder Kurse geben könnte.

00:21:27: und dann hab' ich es gemacht.

00:21:29: Und dann wurde das immer mehr... ...dann bekam ich Kinder Zwei Töchter.

00:21:34: Dann habe ich mitgekriegt, dass da eine Stelle frei wird am Gymnasium und dann bin ich dort vorstellig geworden und hab das bekommen.

00:21:42: Das hatte insofern den Vorteil, dass ich dann eben in der ersten Tageshälfte viel gearbeitet habe und nachmittags meine Kinder betreuen konnte was vorher schwierig war weil ich viele Abends-und Nachmittagskurse auch an der Stage School im Kinderprogramm oder Theater Zeppelin habe ich ganz viel unterrichtet.

00:22:00: Ja, also ich habe dann immer Kurse und Seminare gegeben.

00:22:04: Hast du da nochmal irgendwie eine Art Weiterbildung oder noch Zusatzausbildung gemacht?

00:22:10: Oder ist es wirklich... Du bist langsam in diese Aufgabe reingewachsen?

00:22:14: Learning by doing!

00:22:15: Ich bin langsam reingefachsen und dadurch dass sich das Glück hatte mit Erwachsenen aber auch immer mit Kindern und Jugendlichen arbeiten zu können.

00:22:24: Das ging eigentlich ziemlich schnell.

00:22:26: Als ich auf dem Gymnasium angefangen hab, hatte ich schon Angst.

00:22:29: Weil ich dachte, ich habe diese ganzen Pädagogen um mich und mach hier alles so richtig!

00:22:34: Die sprechen ja auch ein bisschen anders... ...und ich war immer so pflapsig.

00:22:38: Und da hat aber dann ein Kollege mal zu mir gesagt, nee Beerd, was machst du schon ganz richtig?

00:22:46: Auf den hab' ich sehr große Stücke gehalten.

00:22:48: Da hab ich gedacht okay wenn der mir jetzt die Absolution erteilt ist das schon in Ordnung.

00:22:53: Ja, ich bin da so reingewachsen.

00:22:55: Würdest du selbst gerne noch mal spielen auf der Bühne stehen?

00:22:59: Ich wusste, dass du mich das fragst.

00:23:01: Hast du es mir angesehen oder...

00:23:06: Also schwer zu beantworten.

00:23:08: Vorsprechen gehen werde ich jetzt nicht mehr.

00:23:10: Ich glaube, das möchte auch keiner.

00:23:11: Aber wenn mir das in Schoß fallen würde und als Angebot plötzlich auf mich zukäme, ja klar!

00:23:17: Ich würd sofort hier rufen aber wenn's nicht so ist, dann ist das auch in Ordnung.

00:23:24: Was würdest du den Absolventen, die jetzt gerade ihre Ausbildung beenden mit auf den Weg geben?

00:23:32: Also auf jeden Fall machen, ausprobieren, angehen.

00:23:37: Egal wer was sagt und wenn irgendwelche Eltern sagen nee das gibt es ja heute auch noch dass sie dann sagen macht was vernünftig ist.

00:23:45: also wenn das brennt und das ist so ein Feuer dann auf jeden fall nachgeben.

00:23:49: die sind so jung wenn sie rauskommen und die können erst mal alles finde ich ausprobiert und sich auf nichts festlegen müssen, was irgendwie lukrativ oder vernünftig ist.

00:24:00: Wenn das dein Wunsch ist dann probier es auf jeden Fall aus!

00:24:05: Und setz dir vielleicht ein Limit.

00:24:07: also sag nicht ich halte da für hundert Jahre dran fest und werde unglücklich.

00:24:12: Das kannst du ja machen aber nicht ausprobieren.

00:24:15: damit wird man noch viel unglücklicher.

00:24:18: Hast Du den?

00:24:18: viele Schüler?

00:24:20: Die Fragen, ich würde das eventuell mir überlegen damit eine Ausbildung zu machen und als Beruf ergreifen.

00:24:26: Also es kommt immer wieder vor.

00:24:28: Ich habe aber das Gefühl dass heutzutage alle schon auch sehr auf Erfolg so manchmal also nicht alle das quatsch.

00:24:37: Aber ja manche fragen das.

00:24:41: aber ich finde es könnten mehr fragen weil ich sehe natürlich auch viele bei denen ich denke boah ist ganz schön viel Potenzial da.

00:24:49: Das ist ja nicht, dass dir in zehn Jahren einer unterkommt bei dem du denkst das könnte doch sein.

00:24:55: Das sind viel mehr.

00:24:56: und aber nicht alle trauen sich das glaube ich.

00:25:02: Ja Berit vielen Dank!

00:25:04: Ich wünsche, dass du noch lange an der Kloster Schule bist und dass die Schüler auch davon wirklich profitieren weil es so.

00:25:14: Also das habe ich, als ich gearbeitet habe hatte ich immer viele Lehrer die darstellen das Spiel unterrichtet haben.

00:25:20: Die kamen aber gar nicht vom Schauspiel.

00:25:22: Die kommen von Deutsch oder sonstigen Sachen was sie studiert haben und was ich toll mich geärgert hat so wollte ich sagen.

00:25:30: Sie haben immer gesagt sag uns mal die Übung wir müssen nicht so viel praktisch machen wir schreiben die Übungen auch.

00:25:37: Und da ist er bei dir wirklich absolutes Gegenteil.

00:25:42: Gut, ich wünsche dir weiterhin ganz viel Erfolg und vielen Dank!

00:25:45: Ja, ich danke auch.

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