17 - Marco Reimers - Schauspieler
Shownotes
In meiner Podcast Episode 17 spreche ich mit Marco Reimers Absolventen Schule für Schauspiel Hamburg.
Nach seiner Ausbildung arbeitete er bei verschiedenen Theatern, Film und Fernsehproduktion und blieb parallel seinem Handwerk als Tischler treu. Heute ist er festes Ensemble Mitglied im Ohnsorg Theater, Hamburg.
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00:00:02: Schauspieler?
00:00:03: Und wovon willst du
00:00:04: leben?".
00:00:05: Diese Frage hören oft viele junge Menschen, wenn sie diesen Berufswunsch äußern.
00:00:11: Ich habe mich auf die Suche gemacht herauszufinden wo ehemalige der Schule für Schauspiel Hamburg ihren Platz in der Berufswelt gefunden
00:00:20: haben – auf
00:00:22: oder neben der Bühne.
00:00:23: und ich bin auch vielfältig und beeindruckende Lebenswege gestoßen!
00:00:28: Mein Name ist Michaela Ulig Und ich habe dreißig Jahre die Schule für Schauspiel Hamburg geleitet und geprägt.
00:00:36: Ich begrüße heute Marco Reimas.
00:00:39: Marco, du hast die Ausbildung aus dem Jahr zwei Tausendsechzehn beendet?
00:00:43: Ja genau!
00:00:44: Was ging dir damals durch den Kopf als du mit dem Zeugnis von der Schule gestürzt bist und gesagt hast wow endlich
00:00:52: fertig?!
00:00:54: Ganz viel, ehrlich gesagt.
00:00:55: Ich hatte das Glück, dass ich zwei Monate vor dem Abschluss schon einen Engagement bekommen habe im Altona Theater.
00:01:03: Da durfte ich ein bisschen Tournee-Theater fahren.
00:01:07: Das heißt, ich hatte eine Rolle und wusste schon, dass sich nächstes Jahr im Ohnsorg dann den Romeo spielen werde.
00:01:15: Also ich hatte schon so'n Lichtblick... sehr aufregend.
00:01:20: Von dem Tag der Schauspielschule war ich den erst mal wieder am alten Beruf für drei Monate als Zimmermann.
00:01:26: Ja, da war er erstmal aufregender.
00:01:28: Jetzt mal testen wo kann man überhaupt hingehen?
00:01:30: was passiert?
00:01:31: Was kommt jetzt ganz aufregende?
00:01:34: Das fand ich auch und dann möchte ich gleich nochmal darauf zurückkommen.
00:01:37: du hast eine Ausbildung als Tischler- und Zimmermann gemacht und hast auch in diesem Beruf gearbeitet.
00:01:44: Genau!
00:01:44: So das ist ja dann ein großer Schritt zu einer Schauspiel-Ausbildung hin.
00:01:49: Kannst du vielleicht mal erzählen, wie das passiert ist oder was da passiert ist?
00:01:55: Ja!
00:01:55: Ach Gott ja.
00:01:56: also ich habe Ersttischler gelernt und dann anschließend nochmal Zimmermann hinterher gelernt.
00:02:01: Das konnte ich denn verkürzen.
00:02:02: Also ich hatte fünf Jahre Ausbildung hinter mir gehabt und hab den ein Jahr als Zimmermann gearbeitet und habe da schon gedacht oh ich habe nebenbei immer so Leinteater gespielt Und das hat mir wahnsinnig viel Spaß gebracht.
00:02:15: So, mit meinem Cousin hatte ich auch einen kleinen Theaterverein gegründet... ...mit dem wir dann getourt sind.
00:02:21: also wir haben so auf achtzigsten Geburtstagen gespielt oder auf Hochzeiten und sowas.
00:02:28: da konnte man uns hinbuchen und das fand ich so spannend.
00:02:30: und irgendwann hat man auf einer Hochzeit jemand zu mir gesagt hast du dich eigentlich mal auf einer Schauspielschule beworben?
00:02:36: Oder die Nebe?
00:02:37: das ist doch nix kann man okay.
00:02:40: und dann habe ich geguggelt und die erste Schule die ich da gesehen habe, dann bin ich denn hin und hab mich beworben.
00:02:46: Da wurde ich gleich angenommen und dachte jetzt muss ich das ja machen sonst ärgere ich mich ja in zehn Jahren.
00:02:51: Na ja was haben deine Eltern dazu gemeint?
00:02:54: Mein Vater sagte oha!
00:02:56: Jetzt hast du doch schon etwas ordentliches gelernt... Was sind das denn für Grappen,
00:03:01: Min-Jung?!
00:03:02: Er war skeptisch am Anfang aber ich war den Jahr auch schon dreiundzwanzig als ich das dann entschieden habe oder als ich auf die Schauspielschlücke gegangen bin, weil ich dreiund zwanzig und da hatten meine Eltern nun nicht mehr so viel mit zu reden.
00:03:14: Gut, hast du vorgesprochen oder bist du über einen Urk-Orientierungskurs da reingekommen?
00:03:20: Die
00:03:20: Orientierungskurse habe ich mitgemacht.
00:03:21: Okay und das war wirklich damals relativ für dich sehr naiv.
00:03:27: Ja total!
00:03:28: Ich bin da ja immer wieder reingesteubert wirklich.
00:03:31: Ich hab mir das gesehen.
00:03:32: Orientierungskurse...ja okay mach' ich.
00:03:34: Ich habe in der Zeit auch in Hamburg dann auf dem Bau gearbeitet um bin dann nach der Arbeit immer zum Orientierungskurs gekommen Und es war wirklich so erstes mal.
00:03:43: Ich kam da rein und war total begeistert.
00:03:46: Also wirklich, einfach diese Leute da getroffen, die jungen Leute, die alle irgendwie diese Idee hatten... Wirklich, dass wir ein bisschen wie nach Hause kommen.
00:03:52: Das denke ich jedes Mal noch.
00:03:53: Wenn ich darüber nachdenke über diesen ersten Moment, also ich bin jetzt auf einer Schauspielschule!
00:03:58: Auch wenn das jetzt sozusagen nur in Anführungsstrichen so einen Orientierungskurs war, war ich auf einer schauspielstuhl.
00:04:03: Das fand ich so aufregend.
00:04:04: Hast du das ein Traum gehabt?
00:04:07: Wenn ich so eine Schauspielschule überstehe und durchhalte, dann kann ich mal Star werden.
00:04:14: Kann im Fernsehen spielen Theater?
00:04:16: War da irgendwas bei dir oder war das alles... Das macht das!
00:04:20: Eine ganz große Neugierde war erstmal da, dass das kennt zu lernen und zu gucken was das überhaupt ist.
00:04:26: Jetzt die große Vorstellung, dass ich jetzt nach Hollywood komme und ganz groß rauskomme.
00:04:34: Die hatte ich jetzt eigentlich.
00:04:36: Das hatte ich jetzt so nicht.
00:04:37: Ich fand aber alles einfach spannend und aufregend, und war wahnsinnig neugierig auf alles!
00:04:42: Und wie unterscheidet sich denn der damalige XXVI-Jährige?
00:04:47: Du warst da XXVI und er heute XXXIII-Järige?
00:04:53: Ein bisschen ruhiger ist er geworden, der XXXXIII jährige... Es sind die Neugierende, die ist eigentlich immer noch da.
00:05:02: Es ist so dieser, wenn man so mittlerweile drin ist und das alles so kennt.
00:05:06: Es gab früher immer doch diesen Zauber.
00:05:08: also es war wirklich so dass man sagt, oh den den kannte ich doch von hier und da oder man sah dann plötzlich jemanden dem man kennt der aufm Plakat war jetzt.
00:05:17: Das fand ich so spannend.
00:05:19: Das ist irgendwann sozusagen dieser... Dass man das alle so besonders findet wird ein bisschen ruhiger und man konzentriert sich auf die Arbeit.
00:05:26: und das so der Prozess dass der jetzt am meisten Spaß macht, wenn man ein Stück entwickelt und eine Rolle sucht.
00:05:33: Dass da eigentlich der Fokus sitzt und nicht auf das Oh ich muss jetzt auf die Bühne!
00:05:37: Es wird so großartig, sondern im Prozess zu gucken wie kommen wir denn da am besten hin?
00:05:41: Was würdest du denn sagen was die Ausbildung bei dir bezog auf deine Persönlichkeit am stärksten verändert hat?
00:05:49: Auf jeden Fall viel mehr Selbstvertrauen hat es gegeben auch wenn man vorher schon Handwerker war ... raueren Welt irgendwie unterwegs war.
00:06:00: Also ich will das jetzt gar nicht, dass es ja so schlimm war.
00:06:02: Was waren die Ausbildungen zum Beispiel?
00:06:03: Es war schon alles recht... ...ruppig in der Zimmerausbildung aber... Ja, Vertrauen eine Ruhe und einfach eine ganz neue Welt kennengelernt, die ich vorher nie betreten konnte also noch nicht.
00:06:26: Das ist ne gute Frage!
00:06:27: Ich muss auch richtig ein bisschen Ruhemusik, das ist wirklich so ein bisschen zu Ruhe gekommen.
00:06:35: Also
00:06:35: du hast ja vorher auch gesagt irgendwas fühlt es sich an.
00:06:38: ich bin nach Hause gekommen.
00:06:40: Das heißt irgendwas habe ich hier gefunden was mehr noch mit mir zu tun hat als dass was ich vorher gemacht haben nämlich Tischler und Zimmermann.
00:06:48: Ist das richtig?
00:06:50: Ja genau, danach war ich zwei Jahre in der Schauspielschule.
00:06:55: Hat irgendjemand, oh Marco hat sich so verändert auf der Schauspielschule.
00:06:58: Und dann sagt den Anderen ein guter Freund von mir.
00:07:00: Er ist eigentlich viel mehr so wie er ist jetzt.
00:07:02: Es ist viel schöner eigentlich zu beobachten, wie er das mehr zulässt einfach er selbst zu sein anstatt irgendwie...
00:07:10: Kannst du dich denn an schöne Momente erinnern oder einen schönen Moment während der Ausbildung die dich richtig glücklich gemacht hat?
00:07:18: Immer wieder, wenn man ein bisschen Landgewinnung hatte.
00:07:22: Sprechunterricht zum Beispiel.
00:07:24: Man fängt ja an, ich muss mich wahrscheinlich auch hinzurecht, aber dass man viermal die Woche Sprechanterricht hat und erst mal überhaupt nicht weiß wozu man geladen ist und denkt was zum Teufel ist das denn hier?
00:07:38: Und dann das erste Mal merkt oh!
00:07:40: Das macht wirklich etwas mit mir.
00:07:42: Aber es ist ja wirklich was total Besonderes.
00:07:44: und so bin ich durch diese drei Jahre immer wieder gegangen.
00:07:49: Da gab es immer wieder Momente, in denen es einfach... ...in dem man ja wieder was zugelassen hat.
00:07:53: In dem man wieder irgendwelche alten Macken losgelassen hat und ein bisschen purer wird und ruhiger wird.
00:08:03: und den schönsten Moment jetzt rauszusuchen.
00:08:08: Ich glaube als die erste Zweijahrszenen, als sie so gemacht wurden im zweiten Jahr, als das so losging und man plötzlich richtig mal in die Arbeit kam Das fand ich ganz toll.
00:08:23: Kannst du vielleicht das nochmal klarer beschreiben?
00:08:27: Du hast ja jetzt schon viele Beispiele gebracht, was genau die Schauspiel-Ausbildung bei dir andere Teile der Persönlichkeit entwickelt hat und rausgeholt hat als da, was du vorher gemacht hast
00:08:46: Ja, es ist wirklich ein bisschen in die Mitte kommen.
00:08:49: Vorher war ich sehr ... Aber okay, wenn man laut ist, dann ist das gut!
00:08:54: Dann kriegt man Aufmerksamkeit oder so und man muss irgendwie ...
00:08:59: Okay Marco, die Kreativität, die Fantasie wird doch noch mal ganz anders angesprochen wie beim Tischler-Oder?
00:09:09: Ist das...
00:09:11: Dass man den Ideen freien Lauf lassen kann.
00:09:13: Das ist natürlich auch was sehr Schönes.
00:09:17: Man kann das hin und wieder in der Tischlerausbildung oder im Handwerk auch mal, aber es ist natürlich alles sehr strikt.
00:09:24: Das muss ja auch... Da kann man sich jetzt nicht so unendlich entfalten, denn das kostet dann ja auch alles nachher und das bezahlt keiner.
00:09:31: Und wenn wir sagen, ich mache jetzt einfach einen wunderschönen Schrank mit ganz vielen Verzierungen, dann sagt irgendjemand auch, wer kauft den denn?
00:09:38: Im Schauspiel erstmals alles möglich!
00:09:41: Du kannst dir erstmal alles anbieten und darfst in alle Richtungen gehen.
00:09:44: Wegnehmen kann man immer noch Aber du kannst ja wirklich erst mal einfach raushauen und sagen, wir machen noch dies.
00:09:49: Wir machen das, wir Machen jenes und dann hinterher guckst Du okay was?
00:09:53: Was können wir wegnehmen?
00:09:54: und dann nehmen wir wirklich nur dass
00:09:55: Und es ist ja auch so und das hatte ich vielleicht auch sehr interessiert Dass Du immer wieder in andere Menschen und die Andere Figuren Rein dich rein fühlen Kannst Die erarbeiten Kannst die Vielleicht mit dir persönlich gar nicht So viel zu tun haben.
00:10:10: aber Wo Du Dann suchst
00:10:12: Aha
00:10:13: der denkt so Der fühlt so der spricht so der geht so.
00:10:16: Ja, das war auch wahnsinnig spannend die ersten Rollen rauszusuchen wo man dann denkt okay was will der?
00:10:24: Wo geht's hin?
00:10:27: Das war schon sehr spannend.
00:10:28: Meine allererste Monologarbeit war Valentin aus Faust.
00:10:38: Ja, wir sind im Nachhinein.
00:10:40: Der kommt ja wirklich nur einmal auf und dann ist er wieder weg.
00:10:45: Da habe ich mir in diesem Marathon im Talier Theater angeguckt weil ich unbedingt sehen wollte wie machen die Profis das?
00:10:51: Und dann saß ich in diesem acht Stunden Marathon und die Rolle wurde einfach raus gestrichen.
00:10:56: Da saß sich doch okay, muss ich doch irgendwie wieder selbst ran suchen.
00:11:00: Aber
00:11:00: du hast das Stück gesehen!
00:11:01: Ich hab das Stück schon gesehen und es war noch mal ganz spannend.
00:11:04: Ja, es ist immer ganz spannend zu gucken wenn man so eine Rolle erarbeitet.
00:11:08: Man findet ganz schnell Leute die man wirklich aus dem Leben kennt auch schon auch ganz viele Handwerkerkollegen wirklich benutze ich ganz oft weil da sind ja auch wirklich manchmal verschrückte verschrobene Typen dabei gewesen und dann denke ich immer ahja so wie der war Ich hatte das auch schon dass der Regisseur sagt okay das ein bisschen doll.
00:11:27: Das ist noch nicht mal annähernd so wie dieser Kerlpaar.
00:11:30: Ja,
00:11:31: schön.
00:11:32: Gab es einen Moment wo du oder Momente wo du dachtest oh ich höre auf mit der Ausbildung?
00:11:37: Das packe ich nicht!
00:11:41: Dass so nicht.
00:11:44: also dass ich komplett aufhöre.
00:11:45: nicht wenn dann war's halt eher weil es denn der der Schuh drückte er so ein bisschen in die finanziellen Richtung das man denn irgendwann ja dass das Geld ausgeht und dass man sich dachte oh muss ich jetzt vielleicht das letzte Jahr pausieren vielleicht und dann sagen, ich kann aber erst nächstes Jahr das dritte Jahr machen weil ich jetzt bei mir das Geld ausgegangen ist.
00:12:08: Das war eher so der Moment.
00:12:09: Aber dass ich damit... Dass sich irgendwann mal aufhören sollte, damit... Das kam nicht vor!
00:12:14: Ich habe damit angefangen und da wollte ich das auch zu Ende bringen.
00:12:18: Wenn du heute nochmal zurückblickst würdest du da was anderes machen?
00:12:26: Eigentlich nicht, das kann man ja nicht leider.
00:12:28: Also leider, also man kann es ja nicht.
00:12:30: deswegen würde ich da gar nicht mich in solche Gedanken großartig verlieren.
00:12:36: Ich hätte dann aber, wäre ich sonst ... Ich wusste nichts am Anfang und bin da so reingestäubert und das fand ich jetzt im Nachhinein auch ganz gut so.
00:12:46: Gut!
00:12:47: Also dann war die Schauspielschule zu Ende?
00:12:50: Und was ist dann passiert?
00:12:53: Nach der Schaus Spielschule, also ich wurde schon während der Schau-Spielschule gegen Ende ja angenommen am Ohnsorgtheater für meine erste Rolle, aber das war dann ja erstes Jahr drauf.
00:13:03: Das ist im Theater die Karsten ja schon immer sehr weit im Voraus.
00:13:08: Ja, da habe ich angefangen mit der Feuerzangbohle wo ja irgendwie jeder in Hamburg schon mal gespielt
00:13:15: hat
00:13:16: im alteren Theater Genau.
00:13:18: und es passiert immer wenn ich irgendwo wieder im neuen Ensemble bin oder man wieder neue Leute trifft und dann ja ich war mal bei der Feuer-Zangb Kohle.
00:13:25: Ich auch eigentlich, jetzt spielen wir schon seit dreißig Jahren Da waren ja etwa achtzig, neunzig Schauspieler haben sie da schon durchgebracht über die Jahre.
00:13:34: Bei uns gab es ja auf der Schule dieses Stipendium zu gewinnen und was man sich da erholen kann.
00:13:40: Und da war ja die Dramatogen von den Kammerspielen drin.
00:13:45: Die hat mich dann gleich danach ans Altona Theater geholt und dann an die Kammerspiele.
00:13:50: Das ging eigentlich so ziemlich zügig voran bei mir Und dann wurde ich um Ohnsorg angenommen.
00:13:55: Also, ich hatte schon dann Rollen in der Tasche als ich von der Schule ging und war da wahnsinnig aufgeregt.
00:14:01: Seit wann bist du denn festes Ensemble im Ohnesorg?
00:14:05: Fest bin ich im Ohnsurg seit drei Jahren.
00:14:07: Das ist mein drittes Jahr.
00:14:08: Sonst hast Du immer wieder gespielt...
00:14:10: Genau!
00:14:10: Sonst war ich Gast seit zwei Tausend Siebzehn mit der Spieleröffnung von Michael Lang.
00:14:17: Gedreht hast du auch ein bisschen, aber nicht so viel.
00:14:20: Ich glaube Theater ist bei dir der Hauptfokus.
00:14:24: Wie sind der Unterschied für dich als Schauspieler?
00:14:28: Ich drehe und ich spiele am Theater – wie erlebst du das?
00:14:32: Ja im Theater kann man sich ja so schön reingewöhnen in alles!
00:14:36: Man hat da seine sechs Wochen Zeit mit den Kollegen, man lernt sich kennen... hat sechs Wochen Zeit miteinander genau zu erarbeiten.
00:14:45: Wann wollen wir, wie was machen?
00:14:47: Wie arrangieren wir das?
00:14:48: und im Dreh ist macht man diese Arbeit dann ja mit sich allein Zuhause in der Wohnstube.
00:14:54: Und dass es schon aufregend wenn man damit ankommt habe ich mir wirklich die richtigen Gedanken gemacht eigentlich.
00:15:00: und dann kommt man da an Wenn man denn die ersten Drehtage hat dann ist ja alles auch noch so wahnsinnig aufregent.
00:15:06: Das rennt ja so viele Leute rum Da werden einen Sets gebaut Das ist ja so wild.
00:15:13: Da haben wir eigentlich damit eher zu tun, erst mal das alles zu verarbeiten was da eigentlich auf einen Donnert und dann sagt okay ich muss noch spielen weil man trifft auch so spannende Leute und es sind so neugierig auf die.
00:15:26: Ich durfte in meinem Tatort spielen und da waren wir auf einer Kaserne So, da habe ich ein Soldaten gespielt und drei Tage in dieser Kasernee Und das war so spannend einfach mal diese Welt kennenzulernen die man ja gar nicht kannte.
00:15:39: Dass man immer dachte zwischen, ich muss ja auch noch drehen.
00:15:45: Also du wärst auch bereit zu sagen, ich hätte Lust mehr zu drehen?
00:15:48: Anfragen kommen immer mal wieder rein aber ich spüre wirklich sehr viel Theater und deswegen ist es zeitlich immer schwierig.
00:15:57: Und sag mal das ist ja hauptäglich auf Platz alles.
00:16:02: Bist du so... mit Blatt groß geworden?
00:16:05: oder hast du das nachträglich wie etliche Schauspieler in Kursen gelernt?
00:16:10: Nee, Ekevdert von Tuhut lehrt.
00:16:13: Kannst Du denn mal beschreiben, wie so ein Probenprozess abläuft wenn Du eine Hauptrolle hast zum Beispiel und jetzt mit einem festen Ensemble?
00:16:23: da kommen ja immer Feste und dann kommen wahrscheinlich Freie dazu Das wechselt ja immer.
00:16:29: Achso!
00:16:29: Wie groß ist Deuer Ensemble?
00:16:31: Wir sind Zehn Leute festzumachen.
00:16:35: Zehn oder
00:16:37: elf?
00:16:37: Und die sind fest dort angestellt, so.
00:16:40: und ja vielleicht hast du mal den Probenprozess wie wir uns das vorstellen müssen.
00:16:46: Das ist immer sehr aufregend, das mag ich mir ganz gerne den ersten Tag der Probe wenn man dann mit seinem Büchlein da ankommt Als erstes stellt sich ja jeder mal vor.
00:16:56: Mittlerweile, weil viele kennt man ja schon... Da kommen ja auch immer neue Leute zu.
00:16:59: Das ist immer ganz aufregend zu gucken.
00:17:01: Mit wem spielen wir?
00:17:01: Dürfen wir denn da spielen?
00:17:04: und dann wird das Bühnenbild präsentiert was ich immer persönlich am Spansten finde.
00:17:08: wenn in dieser Moment kommt Man so beäugeln kann wo man den spielen darf.
00:17:12: Da gibt es ein kleines Modell von der Bühnbildnerin die auch die Kostüme erklärt und so.
00:17:16: Das is immer sehr aufregende Und dann geht's los dass man das erste Mal das Stück liest.
00:17:24: Ja, das ist immer ganz aufregend.
00:17:27: Schon mal zu hören was macht der?
00:17:29: Wie macht er das?
00:17:31: In welche Richtung soll es eigentlich gehen?
00:17:32: Was hat der Regisseur sich überlegt?
00:17:35: Das ist immer sehr spannend und dann geht's halt los Probenplanen.
00:17:40: Am nächsten Tag kommt man an fängt mit der ersten Szene an Und
00:17:45: wir müssen die Atmosphäre vorstellen.
00:17:48: Ist das entspannt oder ist es manchmal auch konfliktrechtig?
00:17:51: oder wie müssen wir uns das vorstellen?
00:17:54: Also in der Regel ist das relativ harmonisch, also dass man wirklich weil ja jeder weißer wozu er geladen ist.
00:18:01: Jeder weiß was er so weiß oder seinen Text hat schon etwas vorbereitet und auch nicht.
00:18:08: Der Regisseur hatte eine Vorstellung.
00:18:11: schwierig wird es vielleicht nur mal wenn die Vorstellung des Regisseurs oder die Vorstellungen des Schauspielers komplett auseinander gehen oder die Vorstellung des Regisseurs mit dem Schauspieler, der vielleicht sich nicht so vorbereitet hat und dann versucht es ein bisschen herumzuschmauschen.
00:18:27: Das gab ich auch schon erlebt!
00:18:29: Dann gibt's Spannung, das sind denn die Momente...
00:18:33: Marco, ich hab dieses Gefühl wenn ich mich richtig erinnere dass das gleich nach der Ausbildung bei dir sehr zügig losging mit den Engagements kann mich gar nicht erinnern, dass du jene längere Pause gehabt hast.
00:18:49: Meine Frage ist, woran liegt das?
00:18:52: Hast du da eine Idee?
00:18:53: Ehrlichst habe ich mich das sogar auch schon mal gefragt.
00:18:56: Ich hab dann in der Zeit mit einem Schauspiellehrer zu tun gehabt und gesagt ja, ich bin froh wenn meine Schüler zwei Stücke haben in den ersten drei Jahren.
00:19:08: Da hatte ich denn schon meine ersten fünf, sechs schon weg!
00:19:12: Manchmal denke ich vielleicht, weil ich da so naiv einfach ran gegangen bin an das Ganze und dort übergucken.
00:19:16: Und wenn es klappt, dann klappt's!
00:19:18: Und ich auch immer ein bisschen die Ruhe hatte innerlich, da ich ja schon einen Beruf hatte also ganz zur Not wäre ich nicht auf der Straße gelandet oder hätte jetzt meine Miete nicht mehr zahlen können, denn dann hätte ich ja wieder mal wieder ein Monat oder zwei Monate auf dem Bau arbeiten können.
00:19:34: Das hat mir ehrlich gesagt auch ein bisschen Ruhe gegeben dass sich dann auch mal Sachen abgelehnt habe, ziemlich früh schon in der Karriere.
00:19:43: Das ist ja nun wirklich zu wenig das geht nicht.
00:19:46: und dann dachte ich, ich ruf mich jetzt nie wieder an aber haben lange gesagt okay wir haben noch einen Abendstück, möchte du das denn machen?
00:19:53: Das andere war ein Kinderstück so zu wenig wenn man so eine Ruhe glaube ich hatte oder ich die Ruhe hatte wie gesagt wenn es denn nicht ist dann bin ich eben mal wieder für drei vier Monate auf dem Bau.
00:20:04: das wäre nicht schlimm.
00:20:04: für mich muss dich auch manchmal.
00:20:06: denn.
00:20:06: also ich hatte mal so ein paar Wochen, Monate wo ich dann wieder auf dem Bau war.
00:20:12: Aber dann klingelte das Telefon wieder und man durfte wieder spielen.
00:20:17: Ich finde es wunderbar!
00:20:18: Ja weil du ja auch schon so früh Familie gegründet hast wenn ich mich richtig erinnere.
00:20:23: Genau auf der Schauspielschule bin ich Papa geworden ganz früh mit dreiundzwanzig.
00:20:27: Das war ganz aufregend.
00:20:29: Ich war ja im Orientierungskurs wurde an der Schausebischule Und ich habe mich aber wahnsinnig gefreunert.
00:20:36: Okay, jetzt geht es los!
00:20:37: Das wird jetzt eine ganz aufregende Zeit.
00:20:39: und dann hat meine Frau damals ja noch Freundin... ...denn mich angerufen.
00:20:45: sie war gerade bei ihren Eltern.
00:20:46: Da sagte er, ähm, ich bin ein Schwanger.
00:20:48: Da dachte ich, eieieiei, okay wie wird das denn jetzt wohl werden?
00:20:52: Kann ich das überhaupt noch machen mit der Schauspieler?
00:20:54: Wie soll das alles
00:20:55: sein?!
00:20:56: Aber...ja, es hat funktioniert.
00:20:59: Wir waren ein bisschen auf Sparflamme gelebt in die drei Jahre.
00:21:04: Immer wenn wir dann Ferien hatten, dann war ich auch wieder arbeiten.
00:21:07: Hat man ein bisschen was verdient und immer Samstags war ich dann auch los.
00:21:11: Das waren schon strammel drei Jahre muss ich sagen aber es hat funktioniert.
00:21:19: Im Nachhinein jetzt wo man so richtig im Berufsleben ist, war das sogar eine richtig schöne Zeit in der Zeit Papa zu werden Denn meine Frau hat in der Zeit auch nochmal eine Ausbildung nachgeholt und noch mal eine neue gemacht.
00:21:34: Und dann konnte ich morgens immer schön die Kleine in die Kita bringen, und meine Frau hatte sie abgeholt.
00:21:40: Wir waren das war echt, dass es lief ganz gut, weil wir doch beide Schüler waren und den guten Zeit hatten.
00:21:46: Ja Marco!
00:21:48: Auch wenn du mir hier gegenüber sitzt... Du strahlst sowas sehr bodenständiges, aber sehr impositiven aus wo ich das Gefühl habe egal was auf dich zukommt.
00:21:59: Du wirst eine Lösung finden und du wirst es meistern.
00:22:03: Meistens ja.
00:22:04: ansonsten muss man auch denn groß genug sein den sich auch hilft.
00:22:07: also wenn die Probleme wirklich ist dann darf man auch.
00:22:10: Und
00:22:10: zum Batiträger.
00:22:12: Das glaube ich hängt auch damit... Also hängt irgendwie mit zusammen dass man denkt okay man kann mit dem
00:22:20: Ja, ehrlich gesagt ist das wirklich ein Thema.
00:22:24: Den kann man in ein Ensemble stecken und da bringt er auch eine Ruhe rein.
00:22:28: Und ich bin halt... Das kommt vom Handwerk wirklich, dass ich wahnsinnig pragmatisch bin.
00:22:33: und da mich jetzt nicht lange in irgendwelchen Diskussionen verliere sondern wirklich immer eher denke ich lass es einmal ausprobieren.
00:22:41: Es gibt ja schon mal so Proben die Situation wo man sagt dann aber wie können wir das?
00:22:45: Dann wird erst mal lange diskutieren wie man das machen könnte und dann komm wir lassen wir machen das jetzt einfach zwei, drei Mal und dann sehen wir es, ob klappt oder nicht.
00:22:55: Und bist du gern dort als festes Ensemblemitglied?
00:22:59: Ja!
00:23:00: Das tut es gut, dort fest angestellt zu sein am Unzogtheater und nicht mehr von da zu da oder da müssen... Oder vermisst Du das auch ein bisschen?
00:23:10: Mal so mal so also aber meistens finde ich's eigentlich ist es ganz angenehm eine gewisse Ruhe zu haben.
00:23:16: die spielt jetzt gerade den Schimmelreiter heute haben wir den Jere Dann dauert's wieder bis die nächste Tournee losgeht, erst mal ein paar Wochen frei.
00:23:25: Das ist dann mal ganz angenehm, wenn man jetzt nicht... Jetzt wieder losrennen muss zum Arbeitsamt oder irgendwo sich jetzt nochmal für die Zeit...
00:23:33: Ja, dann wünsche ich euch erstmal Toy-Toy-Toi!
00:23:36: Ich hab noch eine Frage.
00:23:37: Gibt es eine Regisseur?
00:23:39: Oder Regisseurerin wo du sagst ja mit der hätte ich gerne mal gearbeitet.
00:23:44: Das nämlich eigentlich so wie es kommt.
00:23:45: also ich habe da jetzt nicht so die eher so... So dass man mal denkt oh jetzt die Rolle oder so, die würde ich gerne noch mal spielen.
00:23:53: Ich habe das beim ersten Engagement als ich den Romeo spielen durfte.
00:23:57: da wurde ich dann zwei Wochen später angerufen weil ich hätte den Hamlet spielen können irgendwo auf so einem... ich weiß gar nicht mehr wo dass.
00:24:05: ehrlich gesagt es war irgendwie ein Sommertheater und da denke ich manchmal hat das würde ich gern nochmal machen aber sodass ich jetzt sage oh mit dem Regisseur oder so.
00:24:14: Ich freue mich immer, wenn da ein neuer Regisseure kommt ans Haus, die man mal wieder kennenlernt und dann mal wieder neue Impulse kriegt.
00:24:20: Das finde ich immer spannend.
00:24:22: aber das ist jetzt losrennen und denke oh ja das brauche ich aber noch oder ich brauche auch das.
00:24:27: Ich nehme das eher so wie es kommt und freue mich dann.
00:24:30: Bist du denn jetzt an Hamburg gebunden?
00:24:34: Oder würdest Du auch in einer anderen Stadt anderen Land, Österreich, Schweiz am Theater spielen?
00:24:44: Das entwickelt sich denn eher schwierig.
00:24:47: Weil ich ja nun eine recht große Familie habe und das sind ja nur zu dem einen Kind, der noch zwei dazugekommen also... Und die gehen jetzt auch schon zur Schule.
00:24:55: Also das wird ein bisschen zu großer Aufwand und das möchte ich denen nicht antun, dass sie jetzt will durch die Republik reisen müssen oder ziehen müssen.
00:25:09: Dann ist man vielleicht nur zwei Jahre und dann müssen alle wieder weg.
00:25:13: Da bleibe ich lieber schön in Hamburg, so funktioniert ja bis jetzt noch.
00:25:18: Wie achtest du denn auf dich selbst?
00:25:20: Gibt es irgendwas wo du sagst, da brauche ich immer mal einen Moment, wo ich wieder auftanke weil ich meine Familie und Festengagement das ist ja schon viel.
00:25:30: Ja ehrlich gesagt ist das auch etwas was ich wirklich lernen musste.
00:25:35: Das habe ich dann nämlich nicht getan, da war ja wirklich die Zeit auf der Schauspielschule diese drei Jahre und dann noch mit Kind.
00:25:43: Und dann immer arbeiten jede freie Minute eigentlich damit das irgendwie klappt.
00:25:47: Es hat sich denn ja irgendwie ausgezahlt aber ich hab sozusagen diese Tempe auch ein bisschen beibehalten ... auch immer alles angenommen und mich dann natürlich gefreut, wenn es lief.
00:25:57: Und wenn man mal eine Anfrage bekommt, dann denkt er ja mach ich das mache ich noch mit!
00:26:01: Das mache ich doch mit!
00:26:02: So ging's immer weiter bis dann irgendwann mal der Punkt kam wo ich sagte okay nee ich glaube ich muss mal jetzt wirklich... Ich brauche mal Pause, sonst geht das hier nicht gut aus.
00:26:14: Den Punkt bin ich denn auch schonmal gekommen weil ist dann irgendwie zu gut lief und ich dann immer gesagt ne das machen wir auch noch, das kriegen wir auch in das Mal.
00:26:20: Dann haben wir zu Hause natürlich auch noch viel zu tun.
00:26:24: Das muss dich denn einmal lernen, dass ich dann mal auf die Bremse trete und mal das man sich auch eine Auszeit nehmen darf.
00:26:32: Und einfach bewandern.
00:26:33: Das mag ich nicht mehr.
00:26:34: Spazieren gehen!
00:26:35: Das ist wirklich immer ein Joggengehen.
00:26:36: Das ist so der Ausgleich.
00:26:39: Was würdest du denn Absolventen, die gerade die Ausbildung beenden mit auf den Weg geben?
00:26:47: Immer neugierig bleiben, Spaß behalten... Ich merke schon, dass man sich gerne anstecken lässt wenn dann manche Leute vielleicht ganz lange dabei sind, dass es denn auch mal so ein grummeligeren Ton gibt und da merke ich schon oder wenn jemand das irgendwie die Arbeit am Haus je nachdem wo man denn gerade ist.
00:27:08: Oder man kommt vom anderen Hause wo man den vielleicht viel gemotzt wurde.
00:27:11: Das merk ich ganz oft.
00:27:13: So junge Schauspieler sich das aneignen und sagen hier ist das ja weil das ist ja das und das stimmt nicht.
00:27:19: Und so kann man gerne dann an der bestimmten Stelle Muss man das denn ansprechen, da wo es einem stört?
00:27:27: Aber jetzt nicht anfangen in der Garderobe irgendwie rumzumotzen oder so.
00:27:31: Das ist wirklich etwas was ich ab und zu mal schon gesehen habe.
00:27:35: Das braucht man nicht!
00:27:37: Das bringt keine gute Energie mit in die Arbeit.
00:27:40: So darum geht's ja, dass man eher sieht wie kriegen wir dann das Stück voran?
00:27:44: Ja gut Marco Ich bedanke mich ganz herzlich bei dir Und wünsche euch heute Abend auch ganz viel
00:27:51: Erfolg.
00:27:52: Ja vielen Dank.
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