22 - Thiago Braga de Oliveira - Schauspieler & Agent

Shownotes

In der 22. Folge spreche ich mit Thiago Braga de Oliveira – deutsch-brasilianischer Schauspieler und Absolvent der Schule für Schauspiel Hamburg. Seine Karriere führte ihn durch zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen bis hin zu internationalen Projekten wie The Assessment.

Ein besonderer Schwerpunkt unseres Gesprächs liegt auf seinem nächsten Schritt: Gemeinsam mit Yasmin Litaiff gründete Thiago ECHO Management. Als Agent begleitet er heute selbst Künstler:innen und bringt dabei seine langjährige Erfahrung vor der Kamera, aber auch als Casting-Assistent und Fotograf ein. Ein besonderes Anliegen der Agentur ist es, BIPoC-Künstler:innen zu stärken und vielfältigen Geschichten mehr Sichtbarkeit zu geben.

Eine Folge über Schauspiel, Perspektivwechsel und den Schritt vom Schauspieler zum Agenten – und darüber, wie man die Branche nicht nur erlebt, sondern selbst mitgestalten kann.

Transkript anzeigen

00:00:02: Schauspieler und wovon willst du leben?

00:00:05: Diese Frage hören oft viele junge Menschen, wenn sie diesen Berufswunsch äußern.

00:00:11: Ich habe mich auf die Suche gemacht herauszufinden wo ehemalige der Schule für Schauspiel Hamburg ihren Platz in der Berufswelt gefunden haben – auf oder neben der Bühne!

00:00:23: Und ich bin auf vielfältige und beeindruckende Lebenswege gestoßen.

00:00:28: Mein Name ist Michaela Ulig und ich habe dreiunddreißig Jahre die Schule für Schauspiel Hamburg geleitet und geprägt.

00:00:36: Mein heutiger Gast ist Thiago, der hat die Ausbildung abgeschlossen zwei Tausend Dreizehn und arbeitet heute als Schauspieler und Agent.

00:00:50: Herzlich Willkommen!

00:00:52: Vielen Dank!

00:00:54: Erinnerst du dich noch an dem Moment, was dir damals durch den Kopf gegangen ist als du die Ausbildung abgeschlossen hast?

00:01:03: Also ich habe bildlich genau vor mir wie dieser Tag abgelaufen ist.

00:01:08: Ich war super aufgeregt und sehr stolz, dass ich etwas durchgezogen habe.

00:01:14: Bis dahin hatte ich ein bisschen Schwierigkeiten Sachen bis zum Ende durchzuziehen.

00:01:18: Dementsprechend war ich wirklich sehr stolzt, aufgereght.

00:01:21: Sorge um Angst um meine Mama, weil sie das erste Mal was von mir gesehen hätte.

00:01:26: Und davor hatte ich wirklich große Angst und war deswegen aufgeregt, habe auf Sie gewartet, haben uns schön schick gemacht und fast zu spät gekommen zur Aufführung und saßen dann nebeneinander und haben das erste mal so etwas zusammen erlebt, dass sich ein Zeugnis in der Hand halten durfte und haben die Showreels sehen von unserem Jahrgang.

00:01:47: Das war ein sehr besonderer Tag auf jeden Fall!

00:01:50: Wenn

00:01:50: du dich heute mit Achtunddreißig, mit einem Ich von damals, mit Fünfundzwanzig vergleicht.

00:01:57: Was hat sich verändert bei dir?

00:02:00: Hat sich was verändert?

00:02:03: Ich hoffe doch!

00:02:04: Wenn ich so zurückschaue... Ich hatte glaube ich viel... ...ich war ein ängstlicher Junge, junger Mann.

00:02:12: Ich wollte sehr viel gefallen.

00:02:15: Das Menschen mich mögen und das, was ich tue, gemocht wird, gesehen wird auch Anerkennung bekommt, was auch nicht falsch ist.

00:02:24: Aber ich glaube ich habe sehr viel davon abhängig gemacht.

00:02:28: so und das tue ich nicht mehr.

00:02:31: Ich glaube ich bin nur meiniges erfahrener Selbstbewusster und mehr im Reinen mit mir auch und weiß jetzt vielmehr wer ich bin und was ich will und was kann um.

00:02:43: was ich vielleicht noch lernen möchte genau das würde ich glaube sagen hat sich verändert.

00:02:49: Was hat dich denn angetrieben oder besser gefragt, was war dein Traum eine Schauspiel-Ausbildung zu begehen?

00:02:56: Seitdem ich klein war, hat mich die Kunst immer interessiert.

00:03:00: Ich habe immer Menschen, die mit Kunst etwas gemacht haben und wollte irgendwie in der Nähe von diesen Menschen sein weil wir hatten Weise wie sie die Welt sehen gelebt haben, es hat mich immer schon interessiert.

00:03:11: Und dann glaube ich bei einem Moment wo ich einen Film gesehen habe der mich so mitgenommen hatte und da müsste ich glaube ich sieben oder sowas gewesen sein.

00:03:18: Es hat mich komplett irgendwie fertig gemacht, so mich berührt tief berührt und ich dachte wow das will ich auch können und machen und wusste aber noch nicht genau was es genau ist also ob's irgendwie dieser Schauspielberuf wieder aussieht oder sowwas.

00:03:34: Aber mich hat es interessiert Das Medium hat mich interessiert Künstler da sein, irgendwie hat mich damals interessiert.

00:03:42: und dann bin ich nach Deutschland gezogen mit zwölf.

00:03:45: Und da war dieser Traum irgendwie weg so weil... Da ging es ja darum die Sprache zu lernen hier anzukommen Fuß zu fassen tausend andere Sachen im Kopf.

00:03:54: und dann als ich so achtzehn war glaube ich so rum habe ich gedacht okay was mache ich jetzt mit meinem Leben?

00:03:59: Ich muss mich entscheiden!

00:04:03: wieder ganz klar für mich, dass ich eigentlich in diese Richtung gehen möchte.

00:04:06: Aber ich habe die ganzen Jahre nichts in der Richtung gemacht.

00:04:08: Das heißt auch, ich habe in der Schule nicht wirklich Theater gespielt oder so was.

00:04:11: Ich wusste nicht ob ich das kann oder was es genau ist aber irgendwie hat mich das auch da wieder sehr, sehr doll angezogen.

00:04:19: und dann habe ich gesagt, mich entschlossen, dass sich den Weg gehen möchte Probleme zu Hause.

00:04:25: Meine Mama war überhaupt nicht damit einverstanden, meine Schwester auch nicht.

00:04:29: Ich kann mich auch noch sehr genau an das Gespräch erinnern am Tisch.

00:04:31: Beide saßen mir gegenüber und waren so was denkst du dir?

00:04:36: Und wieso?

00:04:37: Das kann doch nicht sein!

00:04:38: Wir sind noch nicht nach Deutschland gekommen mit Brotlose Kunststudiers usw.

00:04:43: Dann musste ich erst mal ins Ausland, dann bin ich irgendwie abgehauen sozusagen und habe erstmal gelebt, mich ausprobiert auf Bühnen hier sagt, ich werde in den Weg gehen und habe mich dann halt an der Schauspielschule beworben.

00:04:58: Hattest

00:04:59: du auch mal... Du kommst ja aus Brasilien richtig ursprünglich?

00:05:03: Da bist du hergezogen.

00:05:04: Hast du dort auch schon mal Theater erlebt, geschaut oder irgendwie einen Kurs oder was mitgemacht?

00:05:11: Wie gesagt gar nicht!

00:05:13: Gar nicht!

00:05:13: Ich war super schüchtern immer.

00:05:16: Ich wollte das immer aber ich hab mich nie getraut.

00:05:18: also ich hab immer sehr gerne zugeschaut immer bewegt, innerlich war ich glaube ich immer am Kochen und im Inneren war ich mit auf der Bühne.

00:05:29: aber getraut habe ich mich damals auch nicht.

00:05:31: Ich hab immer gerne getanzt, aber auch das oft im Verborgenen sage ich mal oder halt so nicht unbedingt wenn die Familie zugeschaut hat weil ich bin jetzt sehr viel vorurteilen auch aufgewachsen was Kunst angeht, was Tanz angeht ,was Theater angeht Schauspiel alles mögliche und deswegen glaube Auch dadurch habe ich mich nie wirklich getraut, das so zu öffnen und auszuprobieren.

00:05:55: Wie hast du deine Zeit an der Schule erlebt?

00:06:01: Was hat dich denn besonders geprägt persönlich und künstlerisch?

00:06:06: Ich hatte Schulzeit sehr positiv in Erinnerung.

00:06:12: Ich bin ja gewechselt.

00:06:13: Ich hab auf andere Schauspielschule angefangen und habe in der Zeit gemerkt, irgendwie fehlt mir hier was.

00:06:20: Und hab dann in derzeit auch viele Schülerinnen von euch kennengelernt.

00:06:25: Die haben mich schon mehr interessiert.

00:06:28: Dann hab ich die Entscheidung getroffen, dass ich mal ausprobiere oder schaue, ob ich wechseln könnte.

00:06:33: Ich erinnere mich noch sehr genau, bevor ich gewechselt bin, durfte ich bei den mir Szenen angucken vom zweiten Semester oder dritten.

00:06:41: Das hat mich so imponiert, weil ich dachte wow!

00:06:44: Sie sind richtig auf der Bühne, die man merkt so richtig.

00:06:47: Die brennen dafür und jeder ist ganz unterschiedlich auf ihrer Atomweise.

00:06:51: Und dann habe ich einen Vorsprechen gemacht und als er auf die Schule gekommen hab ich gemerkt auch wie die Leute bei euch oder damals bei uns geschult werden erst mal mit sich zu arbeiten nur mit sich.

00:07:04: also das was du hast nach außen zu tragen so wichtig dass es und da war für mich relativ neu und das nehme ich bis heute mit Wir in uns haben, wie wertvoll das ist und wie besonders und einzigartig schon ist.

00:07:17: Und dass du damit schon nach außen gehen kannst.

00:07:20: Das ist das was du erst mal mitbringst und es ist toll.

00:07:23: Und das erstmal zu kennen und zu verstehen und dann zu servieren.

00:07:27: Jetzt kommen wir nochmal zurück zu dir.

00:07:30: jetzt weil du gerade das Wort auch Persönlichkeit also Schauspiel ist glaube ich persönlich bildend.

00:07:37: Wo hast du da oder?

00:07:40: Die stärkste Veränderung oder den stärksten Zugriff bei dir gemerkt, wo du gemerkt hast, ah ja das ist vielleicht mal ganz anders als ich mich kenne.

00:07:53: Du lernst dich ja auch kennen auf eine Art und Weise.

00:07:57: Du meinst einen Moment in der Schule?

00:07:59: Also nicht nur im Moment, wenn du heute kommier da gleich noch einmal drauf zurückblickst kannst zu sagen Ja!

00:08:05: Ich war schüchtern...ich bin jetzt nicht mehr schüchternd.

00:08:08: zum Beispiel

00:08:09: Das war Ein täglicher Kampf mit mir selbst auf der Schule, weil du wurdest die ganze Zeit heraus gefordert aus der Komfortzone rauszugehen und irgendwie dich zu zeigen.

00:08:19: Und andere dürften dich anschauen und kritisieren und du warst irgendwie, musst du sich immer wieder nackt machen?

00:08:24: Das war ein täglichen Kampf mit dir selbst!

00:08:27: Ich war immer einer der Letzten glaube ich habe mich nie gemeldet so irgendwie.

00:08:30: wer ist der nächste?

00:08:31: und ich hab immer darauf gewartet und bist eine gewisse Anspannung bis ich fast am Kochen war und dann war immer alles oder nichts.

00:08:37: also ich habe das Gefühl dass da schon gelernt habe, dass ich nichts Heimes machen möchte und mich dafür, wie gesagt entscheiden musste jetzt mich zu zeigen.

00:08:49: Das hab' ich die Frage beantwortet?

00:08:53: Ja

00:08:53: ja alles gut!

00:08:55: Das war ein Prozess also es war ein täglicher Prozess eigentlich.

00:08:59: Was war denn der schönste Moment, der dich glücklich gemacht hat während der Ausbildung?

00:09:05: Kommt

00:09:06: noch was?

00:09:06: Eine Erinnerung?

00:09:08: Ich hatte wirklich sehr viele schöne Momente.

00:09:11: Wir haben tolle Dozentinnen, die sehr feinfühlig mit uns gearbeitet haben und da sehr genau mit uns gearbeitet haben.

00:09:18: Und ich glaube diese Arbeit, diese tägliche Arbeit mit mir selbst in einer Rolle hat mich eigentlich jeden Tag glücklich gemacht.

00:09:25: Ich hatte natürlich auch schwere Momente, ich habe oft an mir gezweifelt und das habe ich auch zum Ausdruck gebracht aber ein besonders schöner Moment also.

00:09:35: ich glaube jeder Auftritt war besonders schön wenn man plötzlich die Arbeit zeigen konnte.

00:09:40: Auch sehr aufregend, also auch jedes Mal fast gestorben hinter der Bühne.

00:09:44: Oh mein Gott!

00:09:45: Kann nicht das und werde ich den Text vergessen oder als erstes mal singen vor der Schule.

00:09:50: Das war für mich ein sehr besonderer Moment, ein sehr schöner Moment auch.

00:09:55: Gab es

00:09:55: auch eine Phase

00:09:57: wo du gedacht hast Ich muss auch hören?

00:09:59: Das schaffe ich nicht.

00:10:00: Ja, sehr oft.

00:10:03: Hat sich wirklich häufig... hatte mit der Zeit, wie gesagt, obwohl ich jeden Tag sehr gerne hingegangen bin und das geliebt habe was ich da gemacht habe.

00:10:11: Hatte trotzdem sehr häufig Selbstzweifeln.

00:10:14: Ob ich das kann?

00:10:16: Mir wurde damals auch oft gesagt wegen der Sprache dass sie noch nicht deutsch genug klingt oder nicht sauber genug Und das war jeden tag eine Herausforderung.

00:10:25: und Was ich früher gemacht haben was ich jetzt nicht mehr tun jeden davon abrate zu machen sich zu vergleichen So wenn ich nach rechts und links geguckt hab gedacht wie die das machen oder wie weit sie halt sind, hat mich das oft dann zum Strangeln gebracht.

00:10:39: Ich dachte schaffe ich das überhaupt?

00:10:40: Kann nicht das bin ich gut genug?

00:10:42: werde ich später damit arbeiten können.

00:10:44: Okay wenn du nochmal zurückblickst auf die Ausbildungszeit gibt es was aus heutiger Sicht wo du sagst dass wir dich komplett anders machen?

00:10:52: Ja ich würde versuchen ja ich würde alles mit weniger Angst zu sehen und zu machen einfach nur drauf losgehen und einfach dich ausprobieren, keine Angst zu haben was falsch zu machen.

00:11:08: Weil das gehört vollkommen dazu und es ist völlig richtig und wichtig du musst erstmal ganz viel falsch machen um etwas richtig zu machen.

00:11:15: Das auf jeden Fall!

00:11:16: Und ich würde viel mehr ein Unterricht teilnehmen.

00:11:18: zum Beispiel Du hast ja damals Yoga-Unterricht gegeben und ich bin eben gesagt später dazugekommen.

00:11:25: Ich kam überhaupt nicht damit zurecht dass alle viel weiter waren als ich und dann statt einfach dann Vollorden erst recht da Gas zu geben, habe ich mich eher zurückgezogen und hab da häufig gefehlt.

00:11:37: Und so was will ich auf jeden Fall nicht noch mal machen.

00:11:39: also Ich würde alles mitnehmen Alles was da angeboten wird das wird viel angebotten Vollgas und alles ausprobieren und ohne Angst uns versagen oder falsch Fehler zu beginnen.

00:11:50: Okay ist ja auch richtig mal zurück zu blicken.

00:11:53: Das war eben damals so wie du es gemacht hast und so war das auch richtig war wahrscheinlich nicht anders möglich.

00:11:59: Aber jetzt kann man ja mal einen Moment nehmen und nochmal zurück schauen.

00:12:04: Gut, der Weg danach!

00:12:06: Wie ging es denn nach dem Abschluss weiter?

00:12:09: Was ist denn direkt danach passiert?

00:12:12: Ich glaube ich bin ein Tag später nach Berlin gezogen.

00:12:16: Ich wollte unbedingt weg aus Hamburg und die weite Welt für mich also auch weg von zu Hause.

00:12:24: Ich konnte kaum abwarten, nach Berlin zu ziehen und dachte okay die Welt wartet auf mich.

00:12:29: Ich werde jetzt als Schauspieler arbeiten und es geht ab.

00:12:32: und dann war so ein Schlag ins Gesicht.

00:12:35: ich kam hier an kein Mensch hat auf mich gewartet keiner wusste von meiner Existenz und hatte sich auch dafür interessiert sag' ich mal logischerweise weil ja nun musste ich hier von null anfangen war ein Kampf noch keine Agentur gefunden, das war relativ schwer zu der Zeit auch irgendwie eine Agentur zu finden vor allem mit jemandem mit Migrationsfordergrund.

00:12:58: und dann genau.

00:12:59: Dann habe ich tausend Jobs hier machen müssen weil ich als Schauspieler noch keinen Erfolg oder überhaupt keine noch ohne Agenturen.

00:13:06: Ich wusste nicht genau wie ich mich bewerbe, wie ich an Jobs komme.

00:13:08: Und dann habe ich angefangen erstmal Geld zu verdienen.

00:13:12: Hab dann viele viele viele verschiedene Jobs gemacht.

00:13:15: also ich glaube es gibt kein Job was ich nicht gemacht hab in der Zeit so.

00:13:18: Und dann bin ich durch Zufall an ein Castingstuhl gelandet für Werbung.

00:13:22: Da durfte ich dann mitgucken und dann hat sie gefragt, ob ich noch mal kommen wollen würde und ein bisschen Kamera- und Casting machen könnte.

00:13:30: Dann habe ich das ausprobiert und bin da total aufgegangen.

00:13:34: Dann hab' ich fünf bis sechs Jahre als Werbekaster gearbeitet.

00:13:37: Das ist eine sehr wichtige prägende Zeit, weil die andere Seite kennenlernen konnte, hinter der Kamera.

00:13:43: Ich diese Prozess erleben konnte und für mich ganz viel mitgenommen habe.

00:13:47: so was eigentlich wichtig ist beim Casting, was einen Unterschied macht wie man sich präsentieren kann, was funktioniert, was nicht funktioniert.

00:13:55: Und genau das sind sehr wichtige Zeit und da ging es schon bei mir los dass ich dachte boah ich hätte auch Bock irgendwie eine Agentur zu gründen und Agenten sein.

00:14:02: und ja ich hab damals auch viel fotografiert und immer mehr fotografiert.

00:14:07: Und dann kam Corona und dann war es vorbei mit Castings.

00:14:13: Dann habe ich angefangen auch viel mehr als Schauspieler zu arbeiten, also kurz vorher hatte ich einige Jobs.

00:14:17: aber wirklich als Corona losging, habe ich viel als Model für Werbung und halt als Schauspieljobs bekommen.

00:14:27: Du hast ja ziemlich viel beim Fernsehen und Filmen gemacht, ne?

00:14:31: Auch als Episode oder sogar als feste Rolle.

00:14:37: Großstadt Revier alles was zählt via die ZDF-Nähe und so.

00:14:45: Also du warst ja da ziemlich... Unterwegs, entweder eine Zeit lang oder war das länger verteilt auf einen längeren Zeitraum?

00:14:53: Wo hast du denn besonders gern gearbeitet?

00:14:56: in welcher Serie oder Film hast Du auch gemacht richtig.

00:14:59: Ja ja ich habe mittlerweile echt gute Sachen also viele Sachen ausprobiert und auch Kinofilme.

00:15:06: auch international hab ich jetzt gedreht letztes Jahr mal wieder mit Hollywoodgrößen Also wenn du zurück und zurückzukommen, was mir besonders Spaß gemacht hat.

00:15:16: Ich bin froh und dankbar das alles gemacht zu haben Und ich habe von jedem Job etwas mitnehmen können.

00:15:22: Ich hab zum Beispiel bei der tägliche Serie Alles Was Seht Hab' ich gemerkt okay es ist nicht meine Welt aber ich hatte da eine sehr tolle Zeit.

00:15:29: Ich habe es genau so, ich habe sechs Monate lang das gedreht Zwischen Soko Hamburg.

00:15:33: Da habe ich das erste Mal eine Hauptrolle gemacht in einer Weekly Da durfte ich als Kommissar in Hamburg spielen.

00:15:40: Genau und das war, ich glaube für mich der schönste war Soko Hamburg.

00:15:43: Solange in einem Projekt drin zu sein und solange in deinem Team eine Rolle zu entwickeln macht unheimlich viel Spaß und es ist irgendwie ja sehr erfüllend.

00:15:53: wenn du an einen Set kommst wo du schon alle kennst oder dich zu Hause fühlst dann kannst du dich glaube ich noch freier entfalten.

00:15:58: Das war wirklich ein Geschenk.

00:16:00: Und nach Hamburg zurückzukehren wo ich angefangen habe dann halt nicht als irgendjemand Ja, mit dem Erfolg sozusagen einen Kommissar zu spielen in der Stadt wo ich sozusagen aufgewachsen bin war sehr besonders auch für meine Mama und die ganze Familie.

00:16:16: Dann hatte ich eine Produktionswohnung und durfte sie zu mir einladen und war tagtäglich mit Text lernen und so was beschäftigt Und die Stadt auch anders verleben.

00:16:25: also wir hatten ja sehr viele Außendrehs da, wo ich irgendwie teilweise schwimmen war mit zwölf.

00:16:31: Als ich gerade frisch nach Deutschland gekommen bin jetzt im Halbjahr verfolgungsjagd dort.

00:16:35: also das war eine sehr, sehr besondere Zeit.

00:16:39: aber ansonsten wie gesagt die tägliche Serie war für mich gut zu merken.

00:16:43: okay dass ist irgendwie Fleißarbeit.

00:16:46: Ich habe großen Respekt vor den Leuten die das tagtäglich machen Aber es ist nicht die Art und Weise die ich gerne drehe weil ich mir schon gerne mehr Zeit nehme mehr in die Tiefe gehen will usw.

00:16:56: Und dann war einer der schützten Momente letztes Jahr, als ich diese Hollywood-Serie oder Hollywoodproduktion den konnte und gemerkt habe, wow wie toll das ist viel Zeit zu haben.

00:17:06: Wow!

00:17:07: Das ist so rass.

00:17:08: Schön.

00:17:09: Also du hast es im Jahr zwei Tausend dreizehn beendet.

00:17:11: Dann hast Du ja viel dazwischen gemacht?

00:17:14: Und bis es los ging mit dem Drehen?

00:17:16: Einfach nur mal als Zeitabschnitt.

00:17:19: Wie lange hat es gedauert?

00:17:21: Weil die Karrieren sind ja so unterschiedlich bei Euch.

00:17:24: Das war Wahnsinn.

00:17:26: Ich glaube bestimmt sechs, sieben Jahre bis ich wirklich als Schauspieler gearbeitet habe.

00:17:31: Und du hast dann weiter daran geglaubt?

00:17:34: Ich werde und will als Schauspieler arbeiten.

00:17:36: oder hast du jemandem Hintergrund gehabt der gesagt hat nach weiter?

00:17:41: Ich wünschte mir jetzt so das aber im Gegenteil und ich glaub dass es auch vielleicht gut so oder richtig so gewesen für mich.

00:17:48: Ich hatte eigentlich in meinem Leben selten Leute gehabt die haben nicht geglauben haben Dementsprechmal ist es besonders schwer, weil...

00:17:57: Okay.

00:17:58: Ja, genau!

00:17:59: Es war sehr schwer, ich hatte das nicht, sondern ich habe einfach fest angeglaubt, dass ich das möchte.

00:18:04: Ich möchte das schaffen und ich werde so lange probieren, bis es klappt.

00:18:08: Und im selben Ort ist dann geklappt worden.

00:18:10: Dann sag mal was machst du heute beruflich?

00:18:17: Heute ist ein guter Übergang, weil heute will ich genau das sein für andere.

00:18:23: Menschen, also ich bin jetzt Agent auch.

00:18:26: Ich habe Schauspiel werde ich nicht aufgegeben und habe auch nicht aufgegeben aber hab dadurch eine andere Leidenschaft gefunden und das ist irgendwie junge Talente zu fördern und zu pushen und da zu sein und die zu glauben und mit denen gemeinsam den Weg zu gehen.

00:18:45: Und habe auch einige Schauspieler, die auch deutlich älter sind.

00:18:48: Wir haben eine siebzigjährige Klientin, die ihr Traum schon längst aufgegeben hat und nach vierzehn Jahren jetzt wieder spielt es uns.

00:18:54: das ist irgendwie ja.

00:18:56: ich glaube dass was sich immer vermisst habe kann nicht für andere sein und es ist irgendwie total erfüllend so als Agent jetzt zu arbeiten.

00:19:03: Das heißt du hast eine eigene Agentur Echo Management Okay?

00:19:09: Und wie lange hast Du die?

00:19:12: Wann habt ihr angefangen?

00:19:13: Es ist noch relativ frisch.

00:19:14: Also wir sind jetzt seit sechs, sieben Monaten mit dabei also wirklich ganz jung aber es läuft so gut.

00:19:22: ich hätte auch nicht erwartet dass schon so direkt losgeht.

00:19:25: Wir haben schon super tolle Klientinnen und klienten.

00:19:27: Wir werden sehr gut von den Caster-Innen aufgenommen.

00:19:30: Wir haben unglaublich tolle Castings auch eingebuchungen und ja das geht sehr sehr gut.

00:19:36: Das ist super viel Arbeit.

00:19:37: Viel mehr als gedacht habe.

00:19:40: Ja, es ist sehr erfüllend.

00:19:41: Also das macht wirklich großen

00:19:43: Spaß!

00:19:43: Kannst du mal so in kurzen Schritten erklären also wie der Weg ist?

00:19:49: Da kommt eine Filmproduktion oder Kastarin auf euch zu oder nicht... Wie dann der Weg isst?

00:19:54: und dann sagst du di-di-di schicke ich hin oder dass man da so einen kleinen Eindruck hat weil du bist ja jetzt auf der anderen Seite.

00:20:05: Du bist beides Schauspieler.

00:20:10: Da war auch ein bisschen die Sorge, wenn ich auch darauf gehört hätte was andere sagen, weil er dann so ja du musst dich entscheiden.

00:20:16: Auch ganz oft wurde mir ganz viel gesagt, du musst sich entscheiden.

00:20:19: bist du Fotografer oder bist du dies?

00:20:20: bis du das und nicht glaube... Ne man muss sich nicht entscheiden.

00:20:23: kannst alles da machen was dir liegt was dir Spaß macht und wofür du brennst.

00:20:28: Und jetzt als Agent und eine Agentur zu gründen bedeutet erst mal brauchen wir Klientinnen Leute die uns vertrauen und dass war da bin ich auch sehr dankbar.

00:20:37: dadurch schon jetzt länger in der Branche bin und auch in verschiedenen Positionen schon gearbeitet habe, kenne ich sehr viele Leute.

00:20:45: Und sehr viel Leute haben schätzen mich meiner Arbeit, weil ich bis jetzt immer professionell und gut und mit voller Hingabe gearbeitet hab.

00:20:51: Insprechend war es relativ schnell und einfach Klientinnen zu finden die uns vertraut haben.

00:20:57: Und dann dasselbe wie bei der anderen Seite auch die Casterin, die mich kannten wussten auch was wir einen guten Job nicht machen und da wurden wir wirklich gut aufgenommen.

00:21:06: Und seitdem wir jetzt überall die wissen, dass wir da sind und wir einen Auftritt haben, ein Homepage und bei Failmakers und allen neuen Portalen vertreten sind bekommen wir die Castings zugeschickt oder bekommt Zeit an Fragen zugeschrägt.

00:21:20: also das heißt Wir müssen nur dafür sorgen, dass die Klientinnen gut sichtbar sind, dass sie gutes Material haben.

00:21:25: Dafür sorgen wir dann auch.

00:21:27: Das heißt wir machen Fotos mit den Klienten, die noch nicht so professionelle Fotos haben Wir gucken uns das Material an, wir gehen die Planung, wir gegen die Strategie Und dann genau, ist es mal so, mal so.

00:21:37: Mal kriegen wir öffentliche Suchanfragen wo wir Leute vorschlagen können auch mittlerweile international also durch Spotlight das ist eher ein Portal aus UK.

00:21:47: Kriegen wir jetzt dadurch sehr viele und die arbeiten jetzt zusammen mit Filmmakers, kriegen wir sehr viele Gesuche für internationale Produktionen auch relativ wirklich große Produktion und da dürfen wir wenn Leute zu dem Gesuch passen dürfen sie vorschlagen und dann werden unsere Leute eingeladen und dann dürfen Sie das Casting machen Und dann geht es in Verhandlungen und so weiter.

00:22:05: Und umgekehrt, da bewerben sich ja bestimmt viele Schauspieler bei euch aber ihr nehmt... Ihr sucht nach bestimmten Kriterien die zu eurer Agentur passen aus richtig?

00:22:18: Kannst du da noch zwei drei Sätze sagen?

00:22:20: weil das ist immer die große Frage wenn die Absolventen fertig sind.

00:22:25: Agentur, Agentur!

00:22:27: Wo komme ich hin wo komme ich unter oder so?

00:22:33: Ich würde sagen, dass gut ist auch.

00:22:35: Dass ich selber Schauspieler bin und weiß, wie sich das anfühlt von einer anderen Seite.

00:22:41: Auf der Seite gesehen als Agent weiss ich, wie schwer es ist, jemand abzusagen?

00:22:48: Und wie man sich für jemand entscheidet.

00:22:50: Das kann man gar nicht richtig in Worte fassen.

00:22:52: Es ist einfach ein gefühlte Fühl.

00:22:56: Es ist immer Geschmacksfrage.

00:22:58: Vielleicht finde ich, die und die Person ist für mich nicht der beste Schauspielerin.

00:23:02: Das wird eine Agentur ganz anders von Regie und Produktionen.

00:23:07: Ich kann nur da auf meinen Bauchgefühl vertrauen und die von meiner Kollegin Jasmin mit der ich das zusammen mache.

00:23:12: Wir treffen jede Entscheidung zusammen.

00:23:13: Das ist einfach nur ein Bauch-Gefühl.

00:23:17: Und manchmal reicht auch nur ein Hallo, und das ist wirklich crazy.

00:23:20: Das habe ich früher sonst gehört und dachte wie kann das denn sein?

00:23:22: Aber es ist einfach so!

00:23:23: Du hast dann sofort irgendwie ein Gefühl eine Sympathie für jemanden und wir haben auch einige Leute... wo du denkst, da muss noch ganz viel Arbeit gesteckt werden.

00:23:31: Aber wir sehen das Potenzial dar und wir sehen auch wie jemand dafür brennt usw.

00:23:35: Und das ist manchmal schon ausreichend dass wir sagen hey!

00:23:39: Wir wollen mit euch zusammen den Weg

00:23:40: gehen.".

00:23:41: So altersmäßig – also ich kenne es von einer anderen Agentur der hat sich jetzt hier in Hamburg sehr aufein junges Schauspieler gestürzt oder entschieden Kann sich jedes Alter melden oder sagst du von bis?

00:24:03: Also wir haben keine Beschränk, was das Alter angeht.

00:24:06: Aber was wir aber haben... Wir nehmen nur POCs auf, also BIPOC, Black Indigenous and People of Color, haben dementsprechend, weshalb wir uns entschlossen haben den Weg zu gehen dass wir einfach unsere Leute und unsere Community stärken wollen.

00:24:21: Dass wir da auch einen Fokus haben wollten und dementsprechend so dürfen sich nur bei uns Heizbipok-Menschen bewerben, aber vom Alter her und Erfahrungen sind wir da komplett offen eigentlich.

00:24:34: Das ist wie gesagt, wir lernen uns kennen und gucken, bei dem es matcht.

00:24:39: Gut, hast du da vorher mal in der Agentur ein Praktikum gemacht oder hat dich jemand unterstützt?

00:24:46: Also nochmal die Frage!

00:24:47: Oder das ist einfach... Du bist ins kalte Wasser gesprungen, oder?

00:24:52: Ist das richtig?

00:24:52: Das richtige

00:24:53: Bild?!

00:24:55: Irgendwie ein Wendepunkt oder einen Auslöser.

00:24:58: Vielleicht ist das die bessere?

00:25:00: Auslöser war jetzt, dass ich unbedingt eine kleine Veränderung... Also ich habe gemerkt als Schauspieler kann ich nicht dafür sorgen, dass sich in der Branche was verändert systematisch.

00:25:10: Das heißt, ich muss die Seite wechseln und weil ich diese Arbeit auch schon immer gerne gemacht hab und einfach für Freundinnen, die haben mir beraten, ich habe das gemacht und das gemacht.

00:25:18: Das heisst, ich hatte diese Aufgabe eigentlich zum Teil schon geführt die ganze Zeit und da war es einfach so nicht!

00:25:24: Gehe jetzt den Weg.

00:25:25: Und der Auslöse war, dass ich das so ... Ich will mehr in der Hand haben auch über mein Leben und ich möchte anderen auch mehr helfen können.

00:25:34: Und ich möchte das System etwas verändern und auch in dem Sinne eine größere Plattformen-Sichtbarkeit für Menschen geben die so ähnlich aufgewachsen sind wie ich.

00:25:45: Die nicht Deutsch als erste Sprache haben, die Nackzent haben, andere Autfarbe haben, sie anderen Backgrounds haben,

00:25:54: Also du gehst ja dann auch zweikleißig.

00:25:57: Du möchtest auch oder du spielst ab und zu, gut der Tag hat vierundzwanzig Stunden mehr nicht?

00:26:03: Wie sorgst du denn in deinem Alltag für dich selbst mental emotional körperlich?

00:26:08: Gute und wichtige Frage gerade Wir sind in der Aufbauphase Und ich merke dass ich grade sehr viel gebe und auch geben muss.

00:26:19: Ich glaube am Anfang ist das wichtig.

00:26:22: Ich habe Sport, Yoga alles was mir gut tut gerade vernachlässigt und ich merke so geht es nicht weiter.

00:26:28: Und das was mir auch gut tut ist wenn ich mir ein bisschen Zeit für mich nehme dass ich mal ins Kino gehe, ins Theater gehe, Sport mache, meditiere einfach Musik höre, abschalte.

00:26:41: aber es fällt gerade mir sehr schwer also in der Phase wo... ich schwer abgeben kann.

00:26:46: Ich will die ganze Zeit überall dabei sein, ich möchte wissen was gerade was sie für Castings machen.

00:26:51: wir helfen sie von... Wir helfen die Klientinnen bei Castings.

00:26:56: wenn Sie Fragen haben können Sie jederzeit erreichen.

00:26:58: da merke ich das ist wirklich viel.

00:27:00: also der Tag ist so kurz.

00:27:03: Was würdest du denn AbsolventInnen die gerade die Ausbildung beenden mit auf Ihren Weg geben?

00:27:09: Letztendlich glaube bleibt ja treu und geht ein Weg.

00:27:13: Guck nicht zu viel nach rechts und links, sondern geh dein Weg und hör auf deinen Bauchgefühl.

00:27:20: Mach das, wo nacht ihr ist und habt keine Angst Fehler zu machen, Fehler zu begehen.

00:27:25: Und einfach Vollgas!

00:27:29: Tiago ich danke dir.

00:27:31: Ich wünsch dir weiterhin ganz ganz viel Erfolg.

00:27:35: Das

00:27:35: hat mich sehr gefreut.

00:27:36: Dankeschön.

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